Elfleins kulinarische Bemerkungen
Elfleins kulinarische Bemerkungen

Rebenhof Neuweier

Rebenhof Neuweier

 

Am Rebenhof in Neuweier sind wir in den letzten Jahren schon öfter vorbeigekommen. Aber nie drinnen gewesen. Man kommt aber zwangsläufig vorbei, wenn man sich am oberen Ortsrand bewegt, dort wo der Weinberg in die Siedlung übergeht. Da ist auch die Straße hinüber in weitere Bereiche des Reblands, das sich landschaftlich so hügelig-lieblich, südlich von Baden Baden unterhalb der B500, bekannt als Schwarzwald-Hochstraße, befindet.

 

Es gibt ja mehrere hervorragende Adressen, die den Liebhaber der badischen Küche und der Ortenauer Weine becircen. Und wir sind Ihnen fast jährlich einmal – mit kleinen Pausen – erlegen.

 

Vielleicht kennen Sie den Effekt, wenn Sie regelmäßig an die gleichen Orte fahren. Wenn Sie wiederkommen, glauben Sie, nie weg gewesen zu sein.

Das ist vertraut, birgt aber auch die Gefahr in sich, dass Gewöhnung auftritt.

Für uns bekennende Kulinariker achte ich darauf, mit Abwechslung den Horizont zu erweitern. Bezüglich der Landschaft geht das nicht. Aber schon, wenn es für Restaurants Alternativen gibt.

 

Unsere Reise in die Ortenau 2016 stand unter dem Vorsatz, auch einmal was von dieser Blütenpracht der Landschaft mitzubekommen und zwar nicht erst, wenn im Mai das Wunder schon fast vorbei ist. Und weil die Blüte im April beginnt, wollten wir dies dieses Mal nicht verpassen, hatten bei der Terminierung nur etwas Sorge, wir könnten vielleicht zu früh kommen.

 

Da kam für Neuweier eigentlich nur Heiligenstein und der Rebenhof in Frage. Wir entschieden uns für den Rebenhof, um auch dieses Haus kennen zu lernen.

Blick vom Restaurant
Doppelzimmer DeLuxe

Wir erleben mit Freude seit Jahren den Trend vieler Hotels, nicht nur gewöhnliche Doppelzimmer anzubieten, sondern das Angebot an komfortablen Suiten zu erweitern. Man fühlt sich doch gleich fast wie zu Hause, wenn (fast) alles da ist, was den Wohlfühleffekt erhöht. Das Doppelzimmer „DeLuxe“ entsprach dem. Allein das Badezimmer hätten wir gerne mitgenommen.

So machten uns die regnerischen Tage nicht viel aus. Wir blickten vom Zimmer in die Weinberge, das WLAN war schnell genug, der Flachbild-TV groß und Marianne las stundenlang Zeitung, während ich an meinen Berichten feilte.

Abends ging es kulinarisch weiter, entweder im Schloss bei Röttele oder im Alde Gott bei Wilfried Serr.

 

Wer die kulinarische Szene im Rebland kennt, weiß, dass es eine gewisse Ballung hochqualifizierter Küchenchefs gibt. Vom Namen her ist – wenn ich mich nicht irre – der Rebenhof eher in der zweiten Reihe angesiedelt. Was keinesfalls eine Abwertung sein soll. Es muss nicht jedes gut geführte Restaurant gleich ein Gourmet-Tempel sein, nur weil jemand mit Ambitionen wie der Verfasser dieses Beitrages vorbei kommen könnte (der im übrigen das "einfache" Wirtshaus genauso liebt). Am Tage unserer Ankunft haben wir im Haus gegessen. Marianne war von dem Spargelgericht sowie von den Kalbsnieren höchst entzückt. Sehr angetan waren wir beide von der Freundlichkeit der dienstbaren Geister. Da gibt es keine Steigerungsmöglichkeiten und der Rebenhof ist in der ersten Reihe.

Eine Episode fanden wir so lieb, dass ich nicht verzichten möchte, sie wiederzugeben. Vom Bodensee hatte ich mir ein geräuchertes Felchen mitgebracht und wollte sie auf dem Zimmer verspeisen. Auf dem Weg vorbei an der Rezeption liefen wir damit einer jungen Angestellten in die Arme, die darauf bestand, uns nicht nur Teller, Messer und Gabel mitzugeben. Nein, sie wollte uns den Fisch auch noch filetieren. Was dann mit dem eingeschweißten Exemplar doch nicht so einfach war, so dass der Koch Hilfestellung leistete. Richtig rührend.

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass demnächst die Qual der Wahl in der Ortenau nicht geringer wird.

 

Heinz Elflein

18.04.2016

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