Elfleins kulinarische Bemerkungen
Elfleins kulinarische Bemerkungen

Restaurant Alde Gott

Wilfried Serr

Alde Gott

 

Lange waren wir nicht mehr da gewesen, im „Alde Gott“ zu Neuweier. Das lag ganz allein daran, dass wir das Restaurant etwas aus dem Sinn verloren hatten, wegen der hochqualifizierten Mitbewerber in Neuweier. Ich muss sie gar nicht alle aufzählen. Als wir nun am 17.04.2016 wieder im Ort waren und gerade einen Restaurant-Besuch im Schloss am Vortag genossen hatten, stand mir der Sinn nach etwas Abwechslung. „Wo kann man denn sonst noch gut essen in Neuweier“, habe ich das Internet befragt und da sprang mir natürlich der alte Bekannte regelrecht ins Auge. Der „alte Bekannte“ heißt Wilfried Serr und ist immer noch da, schaut halt nicht mehr so jugendlich aus. Die Karte konnte ich im Internet nicht finden, Wilfried Serr stellt sie nicht ein. Weil er glaubt, dass es unverschämte Zeitgenossen gibt, die seine Gerichte kopieren.

 

Weil wir aber im Ort übernachtet haben, machte ich mir die Mühe, in der Mittagszeit hinzufahren und die ausgehängte Karte zu studieren. Da standen schon einige Schmankerln drauf, die jemanden, der der gutbürgerlichen Küche nach oben hin entweichen will, sehr animieren können. Also angerufen und reserviert.

 

Um 18:30 waren wir da und teilten uns mit einem Ehepaar das komplette Restaurant. Da fiel mir auch wieder ein, wo wir seinerzeit gesessen hatten und dass ich einen Oberkircher Spätburgunder Barrique geordert hatte. Das menschliche Gehirn ist schon ein seltsames Wesen. Marianne wusste überhaupt nicht mehr, dass wir mal hier waren. Sie meinte, wir wären abgewiesen worden, weil das Lokal voll gewesen sei. Davon wusste ich nichts mehr.

 

Auf das Lokal waren wir seinerzeit gekommen, weil ein gleichnamiges in Sasbachwalden bestanden hat. Der Inhaber zog dann nach Neuweier um und Wilfried Serr übernahm das Lokal, ohne den Namen zu ändern. Was ich für eine weise Entscheidung halte, der Name hat ja einen eindeutigen Bezug zum Wein.

Wir waren richtig froh, diese Auswahl getroffen zu haben: Die Küchenleistungen belohnten uns. Wenn im Internet von einem schlechten Preis-Leistungsverhältnis geschrieben wird, möchten wir das relativieren. Ja, der Alde Gott ist nicht billig, beim Wein in der Tat etwas teuer. Aber der Alde Gott ist auch saugut.

Perlhuhnbrust
Rehfilet

Menue Alde Gott, 17.04.2016

 

 

Frühlingssalat mit gelbem Löwenzahn

mit geräucherter Entenbrust, warmem Ziegenkäse und geräucherter Entenleber

 

Capuccino vom Ochsenschwanz

 

Dialog vom Rehfilet und geschmorter Schulter mit kaltgerührten Preiselbeeren

dazu Pilze, grüner Sellerie und handgeschabten Spätzle

 

Perlhuhnbrust mit Entenleber gefüllt auf Zuckerschoten mit Frühlingsmorcheln

in Sherryrahm, dazu feine Nudeln

Der "alde Gott" macht zu

Als mir kürzlich auffiel, dass die Internetseite des „Alde Gott“ vom Netz genommen wurde, habe ich nachgefragt. Es kam folgende Antwort (Auszug): 

Sehr geehrter Herr Elflein,

es tut uns sehr leid, dass wir kein Gastgeber mehr sein können.
In der Tat es ist nicht leicht nach 40 Jahren los zu lassen. Wir hätten es sicherlich gerne nochmals 2Jahre weiter gemacht. Wir sind noch fit und der Beruf macht uns viel Spass.
Unsere Bereitschaft dazu zeigten wir auch im Frühjahr diesen Jahres mit zwei neuen Küchenherden.
Es läge also nicht an uns...

Leider sind in den letzten Jahren die Personalflucht und diverse neue Gesetzgebungen bei Arbeitszeit, die Bürokratie für Dokumentationen einfach zu grosse Hürden geworden.
Man müsste bei diesen Regelungen mindestens 2-3 Mann mehr einstellen.
Kleinbetriebe können so nicht mehr überleben!
Wir (65+67) gehen nun in unseren wohlverdienten Ruhestand.
Nun heisst es nach 40 Jahren Adieu "Alde Gott".

Das hat natürlich zwei Aspekte. Wir bedauern, dass wir nun nicht mehr zu Wilfried Serr gehen können. Andererseits gönnen wir ihm den wohlverdienten Ruhestand. Machen Sie es gut, Herr Serr.

07.11.2017

 

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