Elfleins kulinarische Bemerkungen
Elfleins kulinarische Bemerkungen

Schwäbisches Meer - Der Bodensee

Um Hagnau herum - April 2016

Webcam in Konstanz:

https://www.lago-konstanz.de/de/lago-webcam.html

 

Den Begriff „Schwäbisches Meer“ mag man am Bodensee nicht, sagte mir kürzlich ein Freund, der lange Jahre ein Boot dort liegen hatte. Mir gefällt er, jedenfalls besser als „Lake Constanze“.

 

Wie oft sind wir in den letzten Jahrzehnten zu einem Kurzaufenthalt am Bodensee gewesen. Auf jeder Seite, an beiden Enden, in Deutschland und Österreich, nur nicht in der Schweiz. Das hat seinen praktischen Grund, auf den ich hier aber nicht näher eingehen möchte.

 

Der Bodensee ist einer der schönsten Regionen in Deutschland und deswegen auch stark frequentiert. Das artet manchmal in Massentourismus aus. Deswegen sollte man sich genau überlegen, wann man hin fährt und wo man hin fährt. Die ersten Frühlingstage – z.B. der April - sind eine gute Zeit. Wenn das Wetter mitspielt. Wochenenden sind nicht so günstig, da kommt viel Volk zusammen. Was die Lage anbetrifft, können wir gerne behilflich sein. Eichenberg in Vorarlberg – bereits hier erwähnt – ist immer gut. Wir fanden aber auch ein Haus wieder, das wir 1983 schon kurz besucht hatten. Es ist immer noch da und ist eine wahre Idylle. Ich komme noch darauf.

 

Von der Besitzerin des Bel Riva, Frau Häberle,  bekam ich endlich mal – nach langen Jahren – eine fundierte Begründung, warum es wirklich die Wasser des Rheins sind, die in den See münden und ihn wieder verlassen. Er mündet bei Altenrhein (Schweiz) und fließt in Stein am Rhein (ebenfalls Schweiz) wieder hinaus. Er vermischt sich nicht mit den Wassern des Bodensees. Dafür sorgt seine starke Strömung. Er ist wirklich ein eigensinniger Schweizer. Nutzt ihm aber nichts. Etwas später muss er doch nach Deutschland. Aber es ist wohl so, dass er keinen Kontakt mit den vagabundierenden Wässern der Donau hat, die sich unerkannterweise auch im Bodensee herumtreiben sollen. Höhlenforscher haben das herausgefunden, ist aber hier nicht das Thema.

 

 

Hagnau - Restaurants am See

Über die Restaurants in Hagnau, die wir aufgesucht haben, wollen wir uns nicht beschweren. Die wären: 
Zur Winzerstube, Seeblick, Der Löwen. Alle sehr ordentlich. Aber ohne den Pfiff, den Kick der Gerichte, den wir suchen. Was in Meersburg gewesen wäre, wissen wir nicht, ich bin bei meinen Recherchen im Internet vorsichtig gewesen. 

Heinzler am See

Heinzler am See in Immenstaad fand auf der Suche nach einem Restaurant oberhalb der gutbürgerlichen Sorte schließlich meine Gnade. Laut Internet ist es ein Hotel der besseren Klasse und hat wohlwollende Kritiken für die Küche.

So trafen wir denn am 12.04. um 18 Uhr ein. Die telefonische Reservierung drei Stunden vorher war irgendwie unter die Räder geraten, einen Platz bekamen wir trotzdem. Es war eine gute Wahl. Obwohl das Haus Probleme mit der richtigen Temperierung der Getränke hat, was die Bedienung versucht, auszugleichen. Wasser und Wein waren luschig, der Kübel mit Eiswasser hat es einigermaßen gerichtet. Die Speisen exzellent, der Service hat noch Luft nach oben auf dem Weg zur Perfektion.

                 Dreierlei Felchen mit Dill-Gurkensalat

hausgemachte Gänsestopf-Leberpastete mit schwarzen Nüssen,         Brioche  und Apfelkompott

                   Edelfische gegrillt, frisch vom Fang

      Frischling mit Semmelknödeln und Preißelbeerkompott.


Vom Hotel aus hatten wir wieder einen wunderbaren Blick auf das Gebirgsmassiv mit dem Säntis. 
Langenargen

Am nächsten Tag hielten wir uns Richtung Meersburg, weil Bekannte aus dem Allgäu gesagt haben sollen, dass es in Langenargen die schönste Promenade gäbe. Hin und zurück mussten wir durch Friedrichshafen, was für den urlaubenden Fahrer eine Tortur ist. Was die Schönheit der Promenade betrifft, hängt das Urteil vielleicht von der Nähe von Personen aus Kempten ab, die vermutlich nie nach Überlingen kommen.
Immer auf der Suche nach Fischlokalen landeten wir im Restaurant Schwedi, am Ende einer Stichstraße am Wasser. Ein gemütliches Lokal mit eigener Fischerei. So hatte sich die Fahrt doch gelohnt, zumal wir uns auch noch Nonnenhorn und Wasserburg angesehen haben.

Letzter Tag am Bodensee

Er begann mit Regen und wir müßigten der Faulheit. Nachmittags kam die Sonne zurück und ich holte geräucherte Felchen bei einem Fischer. Wer am Bodensee ist, sollte Felchen nicht verschmähen. Das ist der gleiche Fisch, der am Chiemsee Renke heißt. Interessant war das Gespräch mit dem Fischer. 
Es gibt zu wenig Renken, weil es zuviel gibt. Ich verkürze hiermit die Logik zugunsten des Gags. Die Wahrheit ist, dass der See auch „zu sauber“ ist. Das ist zwar auch Blödsinn, nähert sich aber der Wirklichkeit. Die Fische haben keine Nährstoffe. „Was haben wir davon, wenn man auf dem See bis auf den Grund schauen kann, die Fische aber nicht mehr da sind“, meinte der Fischer.
Der See sei dabei, umzukippen. Nicht in die schmutzige Richtung, sondern in die saubere. Es gäbe Unmengen kleiner Fische, die nicht mehr abwachsen würden.

Es gibt jedoch auch andere Meinungen. Aus dem Anglermagazin Blinker:

 

Ich bin fest davon überzeugt, dass die aktuelle Situation nicht der Endzustand ist. Das gesamte System befindet sich im Umbruch. Ist doch auch klar – bei einem so gigantischen See braucht es Zeit, bis sich die Nahrungsnetze auf grundlegend veränderte Bedingungen eingestellt haben. Zum Beispiel stellen die großen Sandfelchen gerade ihre Nahrung von Plankton auf andere Fischnährtiere am Gewässerboden um. Der See ist mitten im Umbruch – und in dieser empfindlichen Entwicklungsphase will man jetzt Massentierhaltung im See betreiben.“



Was den Rhein betrifft, hat der die Aussage von Frau Häberle (siehe Artikel Bel Riva) bestätigt. Wenn er mit dem Boot den See kreuzen würde, bekäme er einen richtigen Ruck von der Rheinströmung.

Am Abend fahren wir noch einmal ins Fischerhaus nach Seefelden (siehe dort).

Falls es uns gegönnt sein sollte, wieder an den Bodensee fahren zu dürfen, haben wir nun ein Luxusproblem. Wir wissen nicht so recht, was uns am besten gefällt.

 

Heinz Elflein

19.04.2016


 
Druckversion Druckversion | Sitemap
© Heinz Elflein

Diese Homepage wurde mit 1&1 MyWebsite erstellt.