Elfleins kulinarische Bemerkungen
Elfleins kulinarische Bemerkungen

Meeresfrüchte de Luxe

www.hagengrote.de

 

Meine Nachbarin Marlis ist schuld. Weil ich mich genötigt fühle, diesen Artikel zu schreiben. Was bringt sie mir auch so mirnixdirnix irgendeinen Katalog daher. Weil sie glaubt, dass ich ein Feinschmecker bin und deshalb in den Katalog schauen müsse.

 

Kataloge interessieren mich aber nicht. Erinnert mich zu sehr an den Quelle-Katalog meiner Mutter aus dem vorigen Jahrtausend. Gelangweilt schaue ich doch mal rein, weil es gerade im Fernsehen nichts Gescheites gibt. Eine Stunde später geht die Bestellung raus. Weiteres können Sie nachlesen, wo es auf dieser Internet-Seite um Flusskrebse und selbstgemachte Bouillabaisse geht.

 

Seitdem bekomme ich regelmäßig Emails von Hagen Grote aus Krefeld. Mit kulinarischen Angeboten, die mich keineswegs langweilen, auch wenn ich zwischenzeitlich nichts mehr bestellt habe. Hagen Grote weiß aber offensichtlich, wie er Bestellverweigerer wie mich ködert. Ich habe dem Druck nur eine Nacht standgehalten und dann den Pasta-Vollautomaten bestellt. Wo man das Mehl und Flüssigkeiten oben rein kippt und unten die Nudeln herauskommen. Nach 7 Minuten. Daraufhin hat mich Marianne zum Nudelmacher verdonnert. Das habe ich jetzt davon.

Wichtig war für mich, dass die Maschine nicht von Philips ist, die im Internet bei Amazon durchaus gut beurteilt wird. Aber Philips lässt in China fertigen und hat mich bisher nur mit Elektronikschrott versorgt.

 

 

Vor ein paar Tagen war das Angebot für verschiedene Downloads mit Rezepten dabei. Rezepte anderer Leute interessieren mich einen feuchten Kehricht. Sie langweilen mich regelrecht. Nicht aber die von Hagen Grote. Weil die Rezepte so ausgefuchst und raffiniert sind, dass man sie sofort nachkochen lassen möchte. Natürlich von der eigenen Ehefrau.

 

Ein ganz besonderes Exemplar nannte sich „Meeresfrüchte de Luxe“ und beschäftigt sich mit Kalamar, Octopus und Sepia. Das sind genau die Kameraden, die ich gelegentlich bei unserem griechischen Händler in der Heesenstraße zu Düsseldorf-Heerdt abhole und mich hinterher damit in unserer Küche herumplage. Es hat bisher immer geschmeckt. Habe inzwischen auch eine gewisse Erfahrung damit, sie küchenfertig zuzubereiten oder von Marianne zubereiten zu lassen.  Ausnehmen und Kleinschneiden mache immer ich. Marianne haut es in de Pfanne. Wir haben die Teile aber auch schon auf unseren Grill amerikanischer Bauart oder den heißen Stein chinesischer Bauart gelegt. Heiße Steine deutscher Bauart gibt es leider nicht, was ich zutiefst bedaure. Ich muss aber neidlos zugeben, das was Hagen Grote da in seine Rezepte schreibt, ist Spitzenklasse. Irgendwann werden wir die Gerichte der Reihe nach nachmachen. Zur Zeit fehlt uns aber noch eine Nudelmaschine und die Adresse eines Geschäftes, wo man Sepiatinte kaufen kann. Schicken lassen möchte ich sie nicht, da operiere ich lieber eine Sepia vom Griechen.

Jacobsmuscheln -- Bild von Hagen Grote

Leider ist der Download von Hagen Grote vernünftig nur am Bildschirm lesbar, weil man dort vergrößern kann. Ansonsten ist er – ausgedruckt – kaum lesbar.

Ich weiß aber als bekennender PC-Freak, wie ich dem beikomme. Verrate ich aber nur guten Freunden. Um es Besserwissern gleich vorab zu sagen: OCR funktioniert nicht.

 

Nach dem allgemeinen Teil finden sich dann die einzelnen Rezepte:

 

Miesmuscheln in Safransauce
Jakobsmuscheln auf Limetten-Vanille-Sauce mit Ingwer-Gemüse Julienne
Sepa-Meeresfrüchte-Ragout
Hummer-Tagliatelle
schwarzer Sepia-Risotto
Garnelen-Pilz-Risotto

 

Da läuft einem doch schon beim Lesen das Wasser im Munde zusammen. Wenn man nicht gleich gelb im Gesicht anläuft, wenn man das Wort „Tintenfisch“ nur hört. Was wahrscheinlich auf 50% der deutschen Bevölkerung zutrifft.

 

Ein Teil der PDF-Datei beschäftigt sich damit, Nudeln selber zu machen. Erinnert mich an meine Mutter, es gab die köstlichste Rindfleischsuppe meines Lebens. Aber wenn ich das Rezept der Hummer-Tagliatelle anschaue und überlege, dass da ja wohl eine Köchin einen ganzen Tag beschäftigt ist, überlege ich, wie man das einfacher haben kann. Geht vermutlich, wenn man Einbußen bezüglich Geschmack und Qualität hinnimmt.

 

Ach lieber Hagen Grote, kannst Du nicht mal zu uns kochen kommen? Ist ja nicht weit von Krefeld nach Weißenberg.

 

Frau Salzbauer von der Firma Hagen Grote hat mir übrigens einen Link mitgeteilt:

https://www.hagengrote.de/genussmagazin/meeresfruechte-sepia-tintenfisch-oktopus/

 

 

Ich lasse ihn so mal stehen, obwohl da Reklame zu sehen ist.

 

Heinz Elflein

28.03.2017

 

31.03.2107

 

Die Pastamaschine ist gestern angekommen. Zunächst habe ich sie bestaunt, weil mir nicht klar war, wie das funktionieren soll. Dann habe ich mir aus den verschiedenen schriftlichen Beilagen meine eigene Bedienungsanleitung selektiert und geschrieben. Wir werden sehen, ich berichte. Der Versuch, bei Edeka Hartweizenmehl zu kaufen, ist erst mal gescheitert. Gab es in der Filiale nicht.

 

Im Übrigen ist die Pastamaschine von einer schwedischen Firma. C3 scandinavian lifestyle.  Einen Hinweis, dass sie made in China ist, konnte ich -gottlob – nicht finden, aber ich traue dem Braten nicht endgültig. Wer sagt mir denn, dass scandinavian lifestyle nicht in China fertigen lässt. Wäre ich nicht so hartnäckig gewesen, hätte ich auch nie erfahren, dass die Flusskrebse von Hagen Grote nicht aus Norwegen sind, sondern aus ......

 

Immerhin hat Hage Grote mit einem Anruf bei mir für Klarstellung gesorgt. Ein Punkt für Ehrlichkeit. Einen zweiten Punkt könnten sie bekommen, wenn sie auch noch den Text im Katalog ändern würden. Der ist immer noch verbraucherverarschend. Tschuldigung für die profane Ausdrucksweise.

 

Wenn Sie sich wundern, warum ich gegen Made in China bin, können Sie mich gerne fragen. Dann sage ich es Ihnen. Hier würde es zu weit führen.

 

Fortsetzung folgt, wenn ich Sepiatinte und Hartweizenmehl gekauft und die Maschine eingeweiht habe. Bin schon ganz gespannt.

 

Heinz Elflein

01.04.2017

 

Habe heute in der Großstadt von circa 150.000 Einwohnern, in der ich wohne, den angeblich gutsortierten Einzelhandel (Edeka, ReWe) besucht. Es gibt dort tatsächlich Weizenmehl. Sieh mal einer an. Aber Packungen, auf denen "Hartweizenmehl" steht, habe ich nicht gefunden. Also was macht der Protagonist? Er ruft zähneknirschend Amazon auf. Und bestellt von dort.

Wo es Sepiatinte gibt, werde ich wohl auch noch herausfinden. Da bin ich gnadenlos.

 

04.04.2017

 

Also, bei dem Versender Gourmondo.de gibt es beides. Hartweizenmehl und Sepiatinte. Kleiner Tipp für die, die wie ich auf der Suche sein sollten. Obwohl - eigentlich glaube ich nicht, dass es weitere Bekloppte wie mich gibt. Aber dazu stehe ich.

Jetzt heißt es erstmal, auf den Postboten warten.

 

05.04.2017

Wenn Sie sich obiges Bild anschauen, sehen Sie das Ergebnis der ersten Inbetriebnahme der Pastamaschine. Sieht doch gut aus, oder ?

 

Dabei war es alles andere als easy. Ich hatte ein Rezept von Hagen Grote etwas zweckentfremdet, weil ich die wunderschönen schwarzen Nudeln haben wollte. Mit Sepiatinte. Die abgepackt von Gourmondo im Kühlschrank lag. Dazu wollten wir natürlich Sepia von unserem griechischen Fischhändler essen. Das Mehl (Nr. 405) und den Hartweizengries hatte ich feinsäuberlich im Messbecher austariert (der übrigens kaum sichtbare Markierungen hat, man muss ihn gegen das Licht halten). Dazu zwei Eier. Und etwas Olivenöl. Die Tinte nahm ich von den frischen Sepien. Leider offensichtlich nicht in ausreichender Menge, wie man an den hell gebliebenen Nudeln sehen kann.

 

Dann begann das kleine Küchenabenteuer. Das Mehl in die Kammer geschüttet. Einen Esslöffel Olivenöl dazu. Dann die Maschine eingeschaltet und die flüssigen, gut verrührten Zutaten nachgekippt.

 

Leider stellte sich sofort heraus, dass das Mischungsverhältnis offenbar nicht stimmte. Die Masse wurde sofort in die Höhe gedrückt und der Mischhebel walkte in der Luft. Also habe ich das Mehl mehrfach nach unten geschoben. Den fünfminütigen Zeitablauf mehrfach verlängert. Dann die Trennwand entfernt und auf Ausgabe gedrückt. Was zur Folge hatte, dass nun die Spirale im Leeren drehte. Also ständig nachgeschoben und - oh höre und staune - kamen tatsächlich die ersten, sehr dünnen Nüdelchen raus. Weil ich als Vorsatz Spaghettini oder Spaghetti gewählt hatte.

 

Das war zwar nicht das, was ich wollte, aber Marianne war entzückt und steckte ein Suppenhuhn in den Topf. Und die Hühnersuppe mit den dünnen Nüdelchen wurde sehr, sehr schmackhaft.

 

Das nächste Mal nehme ich eine andere Pastaform, etwas mehr Olivenöl und die Tinte aus dem Minibriefchen. Wird schon schief gehen.

 

17.04.2017

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Nudelmaschinen

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