Elfleins kulinarische Bemerkungen
Elfleins kulinarische Bemerkungen

Peter Hauk vom Odenwald

Am 24.3. 2018 erreichte mich eine Nachricht. Es war die Bildschirmkopie einer Sendung des SWR Aktuell. Abgebildet war ein seriös anmutender Herr mit Brille. Darunter der Text:

 

Wie viele Pestizide eingesetzt werden, geht die Öffentlichkeit nichts an“.

 

Den kleinen Text darunter konnte ich nicht lesen, also schaltete ich meinen Computer ein, um ins Internet zu gehen und zu erfahren, welcher Mitmensch so etwas von sich gegeben hat. Meine ersten Gedanken, bevor das Google-Ergebnis vorlag, waren zunächst mal solche, die wegen der Anwendung fäkalischen Missbrauchs der deutschen Sprache aus Rücksicht auf meinen seriösen Leserkreis hier nicht wieder gegeben werden können. Muss allerdings zugeben, anstatt „Mitmensch“ eine andere Bezeichnung gedacht zu haben. Der nächste Gedanke war etwas analytischer: „Klingt etwas nach Obrigkeit und Herrenmenschentum“, aber das haben wir ja eigentlich überstanden.

 

Nun, bei dem zunächst seriös anmutenden Herren handelt es sich um Peter Hauk, „Minister für den ländlichen Raum und Verbraucherschutz“ in Baden Württemberg. Inzwischen hat er seine Äußerung zurückgenommen. Er habe zu emotional reagiert.

 

https://www.swr.de/swraktuell/bw/hauk-ruder-bei-pestiziden-zurueck/-/id=1622/did=21391654/nid=1622/qy0qzi/index.html

 

Schön. Aber wir wissen jetzt, wie der Herr denkt. Und können davon ableiten, dass für ihn der schnöde Mammon, Gewinnmaximierung und evtl. noch etwas anderes wichtiger zu sein scheint, als der Verbraucherschutz, für den er ja auch zuständig ist. Denn wenn für ihn die Gesundheit der Mitmenschen und eine intakte Natur eine höhere Priorität hätte, wäre ihm sicher so ein Spruch nicht über die Lippen gekommen. Die Zurücknahme der Außerung halte ich für reinen Opportunismus. Da hat er selbst bemerkt, in ein landwirtschaftliches Produkt getreten zu sein.

 

Das hängt Herrn Hauk nun an. Er ist aber in guter Gesellschaft, wenn ich mir die Landwirtschaftsminister der Partei anschaue, die sich nicht scheut, ihren Parteinamen mit einem „C“ für „christlich“ zu führen. Für mich schon immer reinste Volksverdummung. Da brauchen wir garnicht über den vergangenen Bundesminister Christian Schmidt zu reden, der aus Proporzgründen zurück ins Glied, in die Reihen der einfachen Abgeordneten ohne Minister- oder Staatssekretärwürden befördert wurde.

 

Anstelle des Herrn Hauk würde ich nun überlegen, ob ich der richtige Mann für ein Ministeramt bin oder nicht besser auf einem Hochsitz im Odenwald auf Wildschweine anlegen sollte. Denn für seine Partei kann sein rhetorischer Ausfall nicht gut sein. Es dürfte der CDU bei den Wählern, die nachhaltig denken, keine Stimmzuwächse bringen. Insofern hat er seinen politischen Gegnern einen großen Gefallen getan.

 

Und wenn ich versuche, zwischen Christian Schmidt und Peter Hauk Gemeinsamkeiten zu finden, darf ich sie leider aus Gründen der Nettikette auch nicht hier hin schreiben.

 

Heinz Elflein

25.03.2018

 

Noch ein Gedanke, der auch bereits anderweitig geäußert worden ist: Es bringt den Bauern nichts, wenn man sie wegen des Glyphosat-Einsatzes verteidigt, das wäre absolut kontraproduktiv. Dazu ist der Gegenwind der Verbraucher, die sich nicht vergiften lassen wollen, erfreulicherweise schon groß. Ich beobachte in meinem Verwandten- und Bekanntenkreis immer mehr die Tendenz, Biowaren zu kaufen.

 

Es bringt aber auch nichts, die Landwirte zu verteufeln. Man sollte ihnen eher dabei helfen, auch mit Rücksicht auf Biodiversität, auf nachhaltige, gesundheitliche Landwirtschaft umzustellen. Das geht am Besten über die Subventionen. Bezüglich der Agrarzahlungen aus den Kassen der EU gab es 2016 331.000 Begünstigte, die insgesamt 6,4 Milliarden €uro erhielten. Wenn diese mit der strikten Auflage verknüpft würden, dass die Bauernschaft in Zukunft auf Gift verzichtet, wäre den Landwirten und den Verbrauchern geholfen.

 

Das mag blauäugig klingen. Wir wissen ja, dass die Interessenvertreter von Bayer-Monsanto mit ihren Giftpfoten auf vielfältige Weise die Menschheit kontaminieren.

 

Für Herrn Hauk wäre es sicher angebracht, mal darüber nachzudenken und durch entsprechende positive Handlungen auf sich aufmerksam zu machen. Dann könnte man ihm glatt den Fauxpas verzeihen.

 

Allein – da fehlt mir auch hier der Glaube – die Interessen der Parteimitglieder mit dem „C“ dürften sich wohl eher am Aktienkurs von Bayer und Giftkonsorten orientieren.

 

Heinz Elflein

 

26.03.2018

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