Elfleins kulinarische Bemerkungen
Elfleins kulinarische Bemerkungen

Vorweihnachtszeit

Jetzt, Anfang November beginnt sie. Die schreckliche Vorweihnachtszeit. Man kann ihr nicht entgehen, die Kaufhäuser fangen an damit. Da kann man Augen und Ohren zu machen, wie man will.

 

So schlecht ist das aber nicht, wenn man sich seiner eigenen Ansprüche an die Zeit bewusst wird.

 

In diesem Jahr hat mich ein Email aus Nürnberg wach geküsst. Von der Weinhalle, Gebrüder Kössler& Ulbrich.

 

http://www.weinhalle.de/

 

Thema: „Manufaktur Tres Aromas.“ „ Kompromisslos. Handwerklich., Lebkuchen aus Nürnberg. Wertvoll, handgemacht, Traditionell. „

 

Ich zitiere:

 

Nürnberger Lebkuchen, wie sie der damaligen Gewürzhauptstadt vor Jahrhunderten Weltruhm einbrachten, sind bis auf wenige Ausnahmen leider Vergangenheit. Heute wird maschinell industrielle Fettglasur aufgespritzt, statt von Hand hochwertige Bitterschokolade aufgestrichen. Es wird möglichst billig produziert und so heiß und schnell gebacken, daß moderne Industrie-Lebkuchen nicht mal mehr entfernt an die einstmals faszinierend duftenden, wertvollen Würz- und Backmischungen glorreicher Gewürzhandelszeiten erinnern. Lebkuchen sind auch in Nürnberg verkommen zur ‚gewürzten Dauerbackware, die zu hohen Anteilen aus Zucker, Honig, Dextrose oder Glucosesirup besteht’, so die europäische Definition dessen, was tatsächlich auch so schmeckt.

Dagegen werden die Lebkuchen der Manufaktur Tres Aromas noch richtig kompromißlos handwerklich hergestellt. Sie sind die einzigen, die an die wertvoll gewürzten Pfefferkuchen vergangener Zeiten anknüpfen. So streicht Bäcker Arnd Erbel die wertvolle Edelbitterkuvertüre von Felchlin noch von Hand auf, weil handgestrichene Lebkuchen besser als maschinell aufgespritzte schmecken und ‚reifen’. Täglich entstehen so, raffiniert von den Sterne-Köchen des Nürnberger Restaurants Essigbrätlein (Michelin **) gewürzt, in der Dachsbacher Backstube des Bäckers Arnd Erbel frisch gebackene Lebkuchen der besonderen Art, die deshalb auch ihren Preis haben. Alle Ingredienzien sind von zertifiziert biologischer Qualität: Zucker, Frischeiweiß, Nüsse, Mandeln, Citronat und Orangeat, als Triebmittel etwas Ammonium-Bicarbonat, auch bekannt als Hirschhornsalz, und diverse Gewürze als ständig frisch hergestellte Gewürzmischungen werden zu Manufaktur-Lebkuchen in bestem traditionellen Sinne verarbeitet.

 

Nachdem ich dermaßen voreingestellt war, habe ich mich erstmal an den PC gesetzt und bestellt. Sauteure Elisenkuchen, die ihren Preis wert sind. Und noch ein spanisches Olivenöl, sowie einige Weine, die Kösslers im Shop haben. Natürlich Bio.

Das ist meine Vorweihnachtszeit, dachte ich. Obwohl,

 

Freibäcker-Erbel

 

kenne ich. Habe ihn schon mal bei Fuchs, Dachs und Hase im Aischgrund zu Dachsbach besucht. Und jedes Jahr ein Paket mit Elisenkuchen kommen lassen. Das die Weihnachtszeit nicht überstanden hat, weswegen nachbestellt werden musste.

Mein guter Rat an alle, die sich Lebkuchen schicken lassen, oder welchen im Kaufhaus kaufen: Vergessen sie das, machen Sie es mir nach. Verzichten Sie auf Billigware.

 

Wenn ich schon mal anfange, bin ich aber mit Elisenkuchen nicht zufrieden. Mein Gusto, das mich total beherrscht, verlangte nach Moscato d`Asti und Panettone.

Und weil ich sowieso nach Kaarst bei Düsseldorf musste, bin ich bei Frau Petra Sonntag vorbei gefahren.

 

http://www.travigne.de/

 

Frau Sonntag ist auf italienische Weine - vor allen Dingen aus Sizilien - und gewisse Spezereien spezialisiert. Konnte mir aber nicht helfen. Von dem süßen Moscato hält sie vermutlich nicht viel. Den Panettone bekommt sie vom Großhändler nicht in der Qualität, die sie haben möchte. Pech für uns beide.

 

Also fahre ich weiter zu Casucci . Der Senior ist ein Bruder in meinem Geiste. Die Mafia-Story, die mich mit ihm verbindet, ohne dass er davon noch was weiß, erzähle ich auf Nachfrage. Er bestellt Moscato d`Asti nur für sich, seinen Kunden verkauft er ihn nicht. Weil die nur wegen der Pasta und der Salumeria kommen und nicht wissen, was höhere Feintrinker brauchen, die im Piemont gewesen sind und dort das finden, was es im restlichen Italia nicht so gut gibt. Süffelt Moscato nur (un)heimlich zwischendurch selber und hat immer eine Flasche im Kühlschrank an der Theke. Heute aber nicht. Und der Panettone kommt erst im Dezember. Immerhin nehme ich einen Limoncello mit.

Da fällt mir Birgit Fischer ein. Hat einen kleinen Laden, zu dem ich von unserem Haus aus zu Fuß gehen kann. Es aber nicht tue, weil es immer etwas zu schleppen gibt. Lesen Sie hier weiter.

 

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