Elfleins kulinarische Bemerkungen
Elfleins kulinarische Bemerkungen

In einem Bächlein helle

Teil 1 bis 7

Die Jagd nach dem Phantomfisch

                    An der oberen Isar    

Bild von Andy Pfirstinger , Alpine Angler  

 

Für Andy Pfirstinger ist es kein Phantomfisch. Er fängt sie und setzt sie zurück.

 

Auf die Idee, der Bachforelle durch ganz Deutschland und Österreich nachzujagen, hat mich ein Ereignis in einem Restaurant in der Ortenau gebracht. Dort stand „Bachforelle“ auf der Speisekarte. Was sich als Etikettenschwindel herausstellte. In Schapbach im Schwarzwald hat es der Koch erneut versucht. Siehe Teil 7.

 

Oh ich bin klug und weise.mp3
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Lesen Sie weiter, wenn Sie Durchhaltevermögen zeigen, wird es ein kleiner Krimi. Im ersten Teil geht es von Baden-Baden in die Oberpfalz und danach in die Wachau. Die älteren Beiträge stehen hinten. Wenn Sie viel Zeit haben, fangen Sie damit an.

Die roten Punkte kennzeichnen die Bachforelle.

Diese Reihe beschäftigt sich also mit Bachforellen. Unter dem anglerischen Aspekt und mit der kulinarischen Seite.

 

Was Bachforelle und Kulinarik betrifft, gibt es klare Meinungen. Das Ehepaar Stehle vom Ochsen in Saig – Besitzer einer Fliegenfischerstrecke an der Gutach – ist der Ansicht, dass der Geschmack allein vom Futter abhängt. Wenn die Bachforelle das gleiche Futter bekommt, wie die Regenbogenforelle, wird sie auch genau so schmecken. Ich neige inzwischen auch zu dieser Ansicht, gebe aber zu, meine Meinung ist noch nicht endgültig. Es fehlt noch das finale Ereignis. Andererseits behaupten Kenner, die Regenbogenforelle sei bei weitem nicht so schmackhaft wie die Bachforelle, wenn sie im gleichen Wildbach gelebt haben. Ich weiß es nicht, würde aber den Geschmackstest gerne machen.

 

Andy Pfirstinger, Inhaber einer Fliegenfischerschule in Wackersberg an der Isar schreibt dazu: 

 

Ich setze alle meine Fische zurück, es gibt einfach zu wenige, insbesondere "wilde" Bachforellen sind inzwischen überall rar in unseren Gewässern. Aber ich hab schon mal Bachforelle gegessen und kann nicht behaupten, dass sie besser schmeckt wie eine Regenbogenforelle. Wenn mir's vorher keiner sagt, was für ein Forelle da auf dem Teller liegt, dann könnt ich den Unterschied nicht raus schmecken, so es überhaupt einen gibt. An der Fischhaut kann man's höchstens erkennen, aber "daschmecka" wohl nicht. Geschmacklich interessant ist eher, aus welchem Wasser die Forelle stammt und was sie in ihrem Leben so gefressen hat, das kann sich sehr wohl auf den Geschmack auswirken, von den Künsten des Kochs einmal abgesehen.“

 

 

Bisher waren alle Bachforellen, die auf meinem Teller lagen, aus der Zucht. Also konnten sie auch geschmacklich nicht besonders hervorstechen. An der Bachforelle frisch aus dem Bach geangelt fehlten bisher mehrmals circa 2 cm Länge. Da wollte ich nicht fudeln, sondern fair bleiben. Deshalb weiß ich (noch) nicht, ob sie wirklich besser schmecken, als die aus der Zucht. Es könnte sein, weil sie sich vom Kleingetier ernähren, was sicher anders geschmacksbildend ist, als z.B. Karotin aus dem Futtersack. Mindestmaß der Bachforelle, die man entnehmen darf, sind üblicherweise 30 cm. In Bayern nur 25 cm. Wäre mir aber zu kurz für die Pfanne.

 

Puristen unter den Kennern behaupten, man darf die Bachforelle nur „blau“ zubereiten. Da kann nur ein Testessen Aufklärung bringen. Ich würde viel dafür geben, das zu erleben. Am allerbesten hat uns die Bachforelle bisher in Joching in der Wachau geschmeckt, geholt aus dem Waldviertel, zubereitet von Chefkoch König im Hotel-Weingut Jamek.

 

Zur Zeit - Stand September 2015 - plane ich keine weitere Angeltour. Abgesehen davon, dass ich bisher nur untermaßige Bachforellen anlanden konnte, hält mich auch die zunehmende Eutrophierung der Bäche in Deutschland ab. Negative Beispiele: Kyll und Wiesent. Es macht wirklich keinen Spaß, Bachgemüse anstatt Bachforellen am Haken zu haben. Im Ausland sieht das teilweise besser aus. Aber es ist ja auch immer ein gewisser Aufwand, dorthin zu kommen und auch eine adäquate Unterkunft in zumutbarer Nähe zu finden. 

 

An der oberen Isar

Sag niemals "Nie"

Man soll nie „Nie“ sagen. Warum nun mein bedingter Vorsatz, vorläufig die Fliegenrute zur Seite zu legen, ins Wanken geraten ist, hat seine Ursache in Ereignissen, von denen ich nicht geglaubt habe, dass sie von dort kommen.

 

Zunächst mal der Hinweis meines Vereinsvorsitzenden Fritz Barjak, dass es Bachforellen auch in den Vereinsgewässern des Fischereivereines in Mittelfranken gibt, bei dem ich seit Januar 2016 Mitglied bin. Das werde ich an Ort und Stelle demnächst (Stand Ende August 2016) überprüfen. Ob ich darüber schreiben werde, sozusagen fast aus meinem eigenen Heiligtum, weiß ich noch nicht. Smile.

 

Einfügung vom 18.02.2017:

 

Im Oktober 2016 habe ich es versucht. Aber nach zwei Stunden Frust wieder aufgegeben. Ich war an der Aisch bei Illesheim, Richtung Aischquelle. Und habe mich danach gefragt, was das mit den Bachforellen hier soll. Die Antwort konnte ich mir auch gleich selber geben. Weil das Einsetzen von Regenbogenforellen vernünftigerweise nicht mehr erlaubt ist, nimmt man richtigerweise Bachforellen. Weil es die heimische Art ist. Doch was man sich unter einem Forellengewässer vorstellt, ist die Aisch nicht. Viel zu träge und trübe. Da macht auch das Fischen mit der Fliege absolut keinen Sinn.

 

Hinweis Nummer 2 habe ich eigentlich meiner eigenen Kommunikationsfreude zu verdanken. Und das hat überhaupt nichts mit Sportfischen zu tun. Aber mit Fischen, wenn sie in der Suppe sind. Weil ich das Erlebnis Fischsuppe im Solevino auch Andrej mitgeteilt habe. Andrej hat nicht nur das Super-Lokal am Belsenplatz in Düsseldorf-Oberkassel, er ist auch Sportfischer und hat vermutlich meine Berichte hier über Bachforellen gelesen. Und mir in diesen Tagen von seinem Fangerfolg im Schwarzwald berichtet. Unterlegt mit Fotos der Bachforellen vor und nach der Pfanne.

Das muss ich deswegen besonders herausstellen, denn wenn mir ein Sportangler, der darüber hinaus noch ein eigenes Fischrestaurant betreibt, mitteilt, wie die Forellen geschmeckt haben, hat das für mich eine ganz hohe Kompetenz. Er schreibt mir also:

 

Der Hauptunterschied zu den Regenbogenforellen ist definitiv die Konsistenz des Fleisches, bzw der merkbar niedrigere Fettanteil. Der Geschmack ist delikater und feiner. Alles in allem ein grandioser Fisch!

 

Wo Andrej die Bachforellen gefangen hat, werde ich vielleicht dann in diesen Beitrag aufnehmen, wenn ich selbst vor Ort meine Rute ausgeworfen habe.

 

Wie sagte ich also oben? Man soll nie „Nie“ sagen. Und meine treuen Leser – falls es die gibt – werden vielleicht in nicht allzu ferner Zeit Teil 8 dieser unendlichen Geschichte offeriert bekommen.

 

30.08.2016



 

 






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