Elfleins kulinarische Bemerkungen
Elfleins kulinarische Bemerkungen

Tag des Unglücks: 27.11.2017

Deutschland weiter für Glyphosat

Man glaubt es nicht. Aber es ist passiert. Die EG hat die Zulassung für Glyphosat um weitere 5 Jahre verlängert. Nachdem es bei den vorhergehenden Abstimmungen ein Patt gab, weil sich Deutschland, vertreten durch die Bundesregierung, der Stimme enthalten hatte, gab es am 27.11. die deutsche Zustimmung. Durch Vertreter des Landwirtschaftsministeriums, gegen den Willen des Umweltministeriums.

 

Der CSU-Minister Schmidt hat also die Einwände der SPD-Ministerin Hendricks ignoriert, für die weitere, 5jährige Zulassung des Giftes gestimmt und damit die EG-Mehrheit für das „Ja“ herbeigeführt.

 

Das muss man sich ganz langsam auf der Zunge zergehen lassen, denn es hat mehrere Aspekte.

 

Rein innenpolitisch gesehen, ist es ein starkes Stück, was sich der CSU-Minister mit Rückendeckung der Kanzlerin leistet. Die bekanntermaßen schon vor der Wahl ihrer Klientel im Ossiland die weitere Zulassung des Giftes versprochen hat und sich jetzt vornehm und devot im Rückraum aufhält, wo sie allen Ernstes glaubt, nun mit der SPD über eine weitere Koalition verhandeln zu können, die ihr dann die weitere Kanzlerschaft sichert. Die SPD wird so was von deutlich vorgeführt, wie es deutlicher überhaupt nicht mehr geht. Nach dem Motto: „Votiert Ihr mal, liebe SPD, die Kanzlerin entscheidet.“ Sie bestimmt ja die Richtlinien der Politik. Ich finde, diesen Zahn muss die SPD der Kanzlerin nun ziehen. Sie hat die rote Linie überschritten.

Was nun irgendwie Schulz wieder aufwertet, der ja schon an Boden innerhalb der SPD verloren hat. Die Kanzlerin hat meines Erachtens sehr fein abgewogen, wie weit sie es treiben kann. Die SPD wird deswegen anstehende Gespräche zur Regierungsbildung nicht gleich platzen lassen. Man sollte es aber tun, um Frau Merkel zu zeigen, dass man so nicht mit Partnern umspringt. Wir werden sehen, wie sich das weiter entwickelt. Eigentlich kann dies nachträglich nur "geheilt" werden, wenn Glyphosat in Deutschland verboten wird. Österreich und Frankreich machen es uns vor. Aber ich glaube nicht, dass es soweit kommt. Die SPD wird ein "Du du Böser" von sich geben und es dabei aus vermeintlich höherwertigen Interessen belassen.

 

 

http://www.spdfraktion.de/presse/videos/wir-brauchen-geduld-zeit-spucke 

 

Was den „Glyphosat-Minister“ (Zitat Süddeutsche Zeitung) bewogen hat, den Noch-Koalitionspartner auf diese Weise zu desavouieren, kann spekuliert werden. Es wird zur Genüge Leute geben, die glauben, es seien handfeste persönliche Motive, die durch entsprechende Leistungen von Monsanto bewirkt worden sind. Ich halte mich da heraus, so etwas wäre auch kaum beweisbar. Gehen wir also davon aus, Herr Schmidt sei ein Überzeugungstäter. Zum Wohle der Landwirtschaft. Aber auch da geht es wieder ums Geld. Weil es ganz einfach billiger ist, Unkraut kaputt zu spritzen, als es weg zu harken. Geld ist für CSU-Politiker nun mal das schwerer wiegende Argument, wenn man auf die andere Seite der Waage Gesundheit für Mensch und Umwelt legt. Nach neuesten Nachrichten behauptet Schmidt, er habe alleine entschieden, was ich für eine glatte Lüge halte.

 

Damit das Argument Gesundheit für Mensch, Tier und Umwelt nicht ganz so schwer wiegt, wie es ihm eigentlich zukommt, wenden die Giftspritzer-Befürworter in Amt und Würden einen kleinen Kunstgriff an. Der ist zwar dämlich, lässt sich aber als Versuch der Volksverdummung nutzen. Angepasstes Niveau eben. Man leugnet ganz einfach Hinweise, die belegen, dass das Zeug giftig und schädlich ist und betont „wissenschaftliche Erkenntnisse“ die z.B. aussagen, es sei nicht nachweisbar, dass Glyphosat krebserregend sei. Wie diese wissenschaftlichen Erkenntnisse zustande gekommen sind, kann sich jeder ausrechnen, der die Finanzkraft von Monsanto einschätzt.

Will jetzt garnicht darauf herumreiten, dass Monsanto-Mitarbeiter die Formulierung solcher Gutachten selber übernehmen und der Gutachter nur noch unterschreiben braucht. Was leider ans Licht gekommen ist.

 

Wessen Geistes Kind der Herr Minister Schmidt nun selber ist, mag man beurteilen, wenn man sich nur einen seiner Sprüche anhört. Der da lautet: „Glyphosat ist unschädlich, wenn es richtig angewendet wird“. Da dreht sich mir wirklich der Magen um. Denke daran, dass die CSU-Fürsten in Middlfranggn, die da ja leider das Sagen haben, ja niemals einen Aufseher neben den Deppen ohne Pflug stellen werden, der da glaubt, ein bisschen mehr sei ein bisschen besser. Mal sehen, was nun höhere Mächte mit dem evangelischen Quoten-Mittelfranken veranstalten. Kann gut sein, dass er selber noch ein Bauernopfer wird.

 

Liebe Leser, wenn es mir nun leider nicht gelungen ist, diesen Beitrag rein sachlich und ohne Emotionen zu verfassen, weise ich ergebenst darauf hin, noch einen weiteren in meinem Herzen zu tragen, das nun leider eine Mördergrube ist. Mit noch deutlicheren Worten und volkstümlichen Begriffen.

 

Heinz Elflein

27.11. 2017, am Tag des Unglücks

 

Und noch eine Meinung:

 

http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/bundestagswahl/id_82793874/glyphosat-was-trieb-christian-schmidt-.html

 

 

Bild von "Campact"
Neuigkeit zur Petition

Der Druck zeigt erste Wirkung!

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer, Eure Unterschriften und der öffentliche Druck zeigen schon Wirkung. Martin Schulz hat angekündigt, ein faktisches Verbot von Glyphosat zumindest in möglichen Koalitionsverhandlungen durchzusetzen. Damit zeigt sich, dass das Foulspiel von Landwirtschaftsminister Christian Schmidt nun zum Eigentor werden kann.

 

30.11.2017

 

 

 

 

 

 

 

 

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