Elfleins kulinarische Bemerkungen
Elfleins kulinarische Bemerkungen

Julia Klöckner

 

Julia Klöckner hat der Süddeutschen Zeitung ein Interview gegeben.

 

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/landwirtschaft-kloeckner-stellt-verbot-von-glyphosat-infrage-1.3945073

 

Die schöne Julia mit den hässlichen Gedanken tut so, als ob sie sich hinter der EG-Kommision verstecken müsse. Tut sie aber in Wirklichkeit nicht, es ist nur ein Schachzug ihrer Glyphosat-freundlichen Einstellung. Die sie ja von sich gegeben hat, bevor sie Ministerin wurde. Weil sie es als Tochter eines Winzers, der vermutlich das Umweltgift benötigt hat, um das Genussmittel Wein herzustellen, nicht anders kennt. Also versucht sie, uns mit dem vorgeschobenen Argument an der Nase herumzuführen. Man könnte das auch drastischer ausdrücken. Wäre aber etwas sehr derb.

 

Die EU-Kommission hat ernsthafte Bedenken in Österreich angemeldet. So so. Ein deutscher Minister sollte wohl nicht im vorauseilenden Gehorsam das tun, was eventuell Missfallen in Brüssel erregen könnte. Vor allen Dingen auch deswegen nicht, weil die Kommission durch das hinterhältige Fehlverhalten des Ministers Schmidt in die falsche Richtung geschickt worden ist. Unterstellt mit ebenso hinterhältiger Billigung von Angela Merkel und zum Entsetzen des Koalitionspartners SPD. Der offenbar nun noch einmal ausgetrickst werden soll, weil es beim ersten Mal so gut geklappt hat. Da stellt sich für mich die Frage, ob es Frau Klöckner bei Frau Merkel geholfen hat, pro Glyphosat zu sein.

 

Verbote haben nicht immer Bestand“. Was ist denn das für ein Argument? Eine etwas seltsame Bemerkung, finde ich. Mit der man überhaupt nichts begründen kann, Frau Minister. Vor allem in diesem Fall nicht. Denn wenn das Mittel nicht mehr auf dem Markt ist, ist es nicht mehr da. Dann hätte das Verbot tatsächlich Bestand. Oder will sie damit sagen, dass es Mittel und Wege gibt, das Pestizid trotz Verbot einzusetzen?

 

Einschränkung des Privateinsatzes“. Die nächste Einfaltspinselei. Wenn der verblendete Nachbar das Zeug in seinem Garten einsetzt, ist mir das solange ziemlich schnuppe, wie dessen Garten den meinen nicht mit verseucht. Dessen Gurken kommen wohl nicht bei uns auf den Tisch. Wein aus deutschen Landen wohl. Halt nicht von Klöckners in Guldenthal. Könnte ja Glyphosat in „unbedenklicher Dosis“ enthalten. Im Übrigen halte ich dieses "Argument" auch für ein Ablenkungsmanöver der Frau Klöckner. Sie will, dass diejenigen, denen sie sich verbunden fühlt, weiter giften dürfen.

 

Svenja Schulze, die neue Umweltministerin, hat den Ausstieg bis 2021 gefordert. Warum solange warten? Was gibt es für Gegenargumente, es ab sofort aus dem Handel zu nehmen? Die Bilanz von Bayer-Monsanto ?

 

 

"Wir müssen Glyphosat überflüssig machen", kündigt Klöckner nun an. Sie wolle in jedem Fall stärker "in die Forschung nach alternativen Pflanzenschutzmitteln investieren. Das wird die Zukunft sein"

 

Klar, klingt aber nur teilweise gut. Damit möchte Frau Klöckner das Verbot in eine ferne Zukunft schicken, weil Alternativen von Bayer-Monsanto unterdrückt oder nicht so schnell verfügbar sind.

 

Alternativen kann ich ihr aber jetzt schon sagen. Für Winzer möge sie doch bitte mal bei denen Rücksprache halten, die schon jahrzehntelang auf Herbizide verzichten. Bespiel: Roth in Wiesenbronn. Ansonsten geht auch die Verwendung von Hacken etcetera, die man verwendet hat, als es noch keine Herbizide gab. Kostet natürlich, aber die dann erzeugten Produkte kann man ohne schlechtes Gewissen gegen Umwelt und Verbraucher verkaufen.

Was Julia Klöckner betrifft, wünsche ich ihr, dass sie ihren Kopf  frei schaufelt von dem, was vermeintlich der Landwirtschaft nutzt. Das Verbraucher- und Umweltinteresse steht eine Etage höher. Es sind aber wirklich keine Positionen, die sich konträr gegenüber stehen müssen. Ansonsten sollte Julia Klöckner aufpassen, damit man nicht auf die Idee kommt, sie lasse ihren Ministerialbeamten das Gegenteil von dem tun, was sie öffentlich sagt. Zum Beispiel beim Thema „Bienensterben“. Gell, Frau Klöckner, wie war das noch bei der letzten Abstimmung bei der EG, als es um den Einsatz von Bienengiften ging?

 

Dass man Gift wie Glyphosat nicht braucht, haben inzwischen z.B Demeter-Betriebe genügend bewiesen. Da kommt mir aber noch eine Idee. Wie wäre es, wenn die reichlich verteilten Subventionen nur noch an die Betriebe gingen, die „sauber“ sind. Es ist ja wohl nicht Sinn der Sache, dass die EG mit unseren Steuergeldern indirekt Monsanto-Aktionäre reich macht, damit diese uns weiter vergiften können.

 

Meinen Mitmenschen und Lesern dieser Zeilen kann ich nur noch empfehlen, kaufen Sie Bio. Vermeidet vielleicht und hoffentlich Darmkrebs und schützt definitiv Insekten. Vögel müssen ja auch Futter haben. Für die Weintrinker, die sauberen Wein möchten, habe ich hier entsprechende Adressen. Wo der Wein nicht von biologisch toten Lagen kommt.

 

Heinz Elflein

16.04.2018

 

Jetzt ist herausgekommen, was Klöckner meint, wenn sie sagt: „Verbote haben nicht immer Bestand“. Sie selbst ist die Ursache. Sie plant „Ausnahmegenehmigungen“. Das hat dann mit einem Verbot nichts mehr zu tun. Ich meine, sie sollte sich bewusst sein, für wen sie als Ministerin Verantwortung trägt. Das wäre wohl ein anderer Personenkreis als die Guldenthaler-Bauern-und-Winzergenossenschaft. Werde erwachsen Julia. Du musst heute nicht mehr das tun, was Papa für gut befindet.

 

Da kann man nur hoffen, dass der Koalitionspartner der Dame nun ihre Grenzen zeigt.

 

Heinz Elflein

19.04.2018

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