Elfleins kulinarische Bemerkungen
Elfleins kulinarische Bemerkungen

Glyphosat 

Nutzer und sonstige Verdiener

Es ist in aller Munde. Wortwörtlich. Erst lese ich in der Zeitung von Glyphosat im Bier. Einige Brauereien sind benannt. Eine von ihnen ist vor Jahren schon mal ins Gerede gekommen. Man sollte wahrlich nicht glauben, andere bekämen kein verseuchtes Getreide.

 

Dann erreicht mich ein Bild von einem Weinberg, wo man Gras mit Glyphosat eliminiert hat. Nur dumm, dass es genau die Lage ist, wo einer meiner bevorzugten Winzer seine Stöcke hat. Der auf Befragen auch zugibt, das Zeug zu nehmen. Weil es in Steillagen angeblich nicht anders geht. Andere Winzer, die sauber arbeiten, bestreiten das. Steht alles hier auf dieser Internet-Seite.

 

Deutsche Behörden haben die Stoffe – auch Abkömmlinge des Vietnam-Entlaubungsgiftes – geprüft und es für unbedenklich erklärt. Die Schädlichkeit sei nicht nachweisbar. Das muss man sich ganz fein auf der Zunge zergehen lassen. Sie sagen nicht, es sei nachweisbar ungefährlich, nein es heißt, die Schädlichkeit sei nicht nachgewiesen. Der deutsche Landwirtschaftsminister äußerst sich dezidierter. Er meint, das Zeug sei nicht schädlich, wenn die Anwendungsvorschriften eingehalten würden. Den Umkehrschluss kann sich anhand dieser Ansage jeder selber ausrechnen. Im Übrigen antwortet der Herr Minister auch meine Schreiben nicht. Bin ja auch aus Wohnsitzgründen kein CSU-Wähler. Da spielt es keine Rolle, dass der Herr Minister nicht in München, sondern in Berlin residiert.

 

Jemand anders, den ich aus gleichen Gründen ebenfalls nicht wählen kann, tut es ihm nach. Es ist der grüne Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Den ich befragt habe, was er davon hält, dass der Gifteinsatz von seinen Landesbehörden reguliert wird.

 

Heinz Elflein

06.07.2016

 

 

Galgenfrist für Menschen

Alternative

Als ich heute das örtliche Blättchen aufgeschlagen habe, hat sich mir eine Überschrift aufgedrängt:

 

Stadt kämpft mit Wasser gegen Unkraut“

 

Auf den Friedhöfen wird eine Alternative zu glyphosathaltigen Herbiziden getestet Mit 98 Grad heißem Wasser wird dem Wildwuchs zu Leibe gerückt“.

 

Da muss ich schon etwas schmunzeln und denke „Verkehrte Welt“. Bei Lebenden nimmt man das nicht so genau. Die müssen das Zeug noch etliche Zeit ertragen.

Dies so darzustellen, wäre natürlich Polemik und polemisch möchte ich wirklich nicht sein.

 

Inhalt der Nachricht: Kochendes Wasser tötet Unkrautpflanzen. Die Maschine, die das macht, kostet 200.000 € netto. Sie kann 17.500 bis 30.000 Quadratmeter Unkraut pro Tag erledigen. Für gezielte Bekämpfung an schwer zugänglichen Stellen ist eine Handlanze an Bord. In der Saison können 400 Hektar von Unkraut befreit werden.

 

Die Stadt wird nun per Wirtschaftlichkeitsrechnung ermitteln, ob die Maschine angeschafft werden soll.

 

Das ist natürlich keine Alternative für den einzelnen Bauern oder Winzer. Ich könnte mir aber vorstellen, dass die Methode durch kooperative Zusammenarbeit durchaus im angepassten Rahmen zum Einsatz kommt.

 

Sofern sich die Interessen gifterzeugender Konzerne nicht durchsetzen.

 

12.08.2016
 

Wie sich der Verbraucher schützen kann

Fragt sich nun, wie man sich als Verbraucher schützen kann. Das ist eigentlich nicht so schwer, wird allerdings in den Lebenshaltungskosten etwas teurer.

 

Seitdem mich das Thema „Glyphosat“ sensibilisiert hat, haben wir unser Verbraucherverhalten verändert. Ich kaufe den Wein ab sofort nur noch von Öko-Winzern. Schade, dass damit einer unserer bisherigen Lieblingswinzer uns nicht mehr sehen wird, auch wenn die Frau noch so nett ist.

 

Mein Lieblingsbier taucht nicht in der Liste der Glyphosatverdächtigen auf. Das macht mich irgendwie froh. Aber wenn man die Liste sieht:

 

Krebserregendes-Bier/

 

tauchen da ja einige renommierte Brauereien auf. Da bin ich auch konsequent. Als ich kürzlich in einem Restaurant Warsteiner angeboten bekommen habe, tranken wir lieber Wein.

 

Was die sonstigen Lebensmittel anbetrifft, ist es gut, dass es inzwischen so viele Biomärkte gibt, dass man gut wählen kann. Wir brauchen keine Glyphosat-Kartoffeln aus Merkels Bauernland.

 

Wenn sich der Rest der Bevölkerung nur annähernd so verhalten würde, sähe es wohl bald nicht besonders gut aus mit den Supermärkten. Obwohl, auch sie fangen an, zu lernen.

 

Jaja, Herr Minister von der CSU. Ich weiß es ja. Das mit dem Krebs ist nicht nachgewiesen. Das Gegenteil aber auch nicht. Und da werde ich in meiner Sprache etwas gewöhnlich, weil man so deutlich werden kann:

 

Es ist mir scheißegal, was Sachverständige angeblich festgestellt haben. Ich mag kein Lebensmittel, das unter Zuhilfenahme von Giften hergestellt wird.

Versorgen Sie doch bitteschön diejenigen damit, denen der Mammon wichtiger ist, als die Gesundheit ihrer Mitmenschen.

 

Und wer sagt uns, dass das Giftzeug verschwindet, wenn es seinen Dienst als Unkrautkiller getan hat. Wer sagt uns, dass es nicht im Grundwasser auftaucht, im reinsten Sinn des Wortes. Wer sagt uns, dass es sich nicht mit anderen Giften vermischt und in ihrer Wirkung potenziert. Wer sagt uns, dass das Zeug nicht irgendwann auch in unserem Blut nachweisbar ist. Sagt uns das der „Gutachter“ der letztendlich sowieso von den Gifterzeugern bezahlt wird?

 

Von daher glaube ich, dass sich die Herren Politiker – und in Deutschland die „staatstragende“ Partei - versündigen.

 

Wenn das dann Konsequenzen für jeden Einzelnen von uns haben wird, sind die Politiker, die das zu verantworten haben, vielleicht nicht mehr in Amt und Würden, aber hochbezahlt und mit Orden und Ehrenzeichen überhäuft. Und das dämliche Volk ist angetan und gibt den Umweltverbrechern bei der nächsten Wahl wieder seine Stimme.

 

Hat denn noch niemand darüber nachgedacht, warum unsere guten Freunde, Familienangehörige und Nachbarn reihenweise an diversen Krebsformen, vor allem an Darmkrebs, erkranken? Diese Gesellschaft nimmt es hin wie Schnee und Regen.

 

Ich sage nur, vielen Dank Angela Merkel – Hoffnung ostdeutscher Bauern – und Christian Schmidt – Interessenvertreter der Giftindustrie.

 

Heinz Elflein

18.04.2017

Neue Enthüllungen

https://www.welt.de/wirtschaft/article162918422/Neue-Enthuellungen-befeuern-Streit-um-Glyphosat.html

 

Interessant ist ja unter anderem, dass Monsanto-Mitarbeiter Wissenschaftlern anbieten, unter ihrem Namen Gutachten zu veröffentlichen.

 

Vor so viel Geldmacherei auf Kosten der Gesundheit der Menschen reicht mein Vorrat an Verachtung überhaupt nicht mehr aus.

 

Und Minister Schmidt befürwortet und befürwortet und befürwortet. Zwischenzeitlich meint er auch „Lebensmittel seien Leben“. Und lässt sich mit Landwirtschafts-Königinnen fotografieren. So geschehen auf der "Genuss-Messe" in Bad Windsheim. Mai 2017.

 

Heinz Elflein

Mai 2017

Glyphosat vor Neuzulassung

Erneutes Versagen der EG

Aus der Süddeutschen Zeitung vom 29. Mai 2017


 

Kurz vor einer möglichen Neuzulassung von Glyphosat in der Europäischen Union werden erneut Zweifel an der Risikobewertung des Pestizids laut. In einem Schreiben an EU-Kommissionspräsident Jean Claude Juncker werden scharfe Vorwürfe gegen die europäischen Aufsichtsbehörden Efsa und Echa sowie das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) erhoben. Dabei geht es um die Einschätzung, dass das umstrittene Pflanzenvernichtungsmittel als nicht krebserregend eingestuft werden kann.

Erhoben werden die Vorwürfe von dem US-amerikanischen Experten für Chemikaliensicherheit Professor Christopher Portier. Er hält das Urteil der Behörden für falsch und fordert eine Neubewertung von Glyphosat auf EU-Ebene. Dabei stützt sich der Amerikaner auf eigene Auswertungen von Tierstudien, deren detaillierte Daten die EU zuvor für externe Experten zugänglich gemacht hat. Mit den Vorwürfen Portiers steht auch die Glaubwürdigkeit zentraler EU-Behörden auf dem Spiel, die für die Gesundheit der Bevölkerung in Europa zuständig sind. Der Wissenschaftler äußert in seinem Schreiben "ernste Sorgen bezüglich der wissenschaftlichen Qualität" der Bewertung von Krebsrisiken durch die EU-Ämter, unter anderem weil diese nur einen Bruchteil der tatsächlich aufgetretenen Krebserkrankungen in Tierversuchen erkannt hätten. In bis zu sieben Studien fand der Biostatistiker nach eigenen Angaben deutlich steigende Zahlen von Tumoren bei Labortieren. Diese Ergebnisse hätten aber weder in der Beurteilung der Lebensmittelbehörde in Parma (Efsa) noch jener der Chemikalienagentur in Helsinki (Echa) Niederschlag gefunden, kritisiert Portier. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), das im Auftrag der EU die Erstbewertung von Glyphosat erstellt hat, habe gar nur jede fünfte signifikante Steigerung von Krebs bei den Tieren unter Glyphosatwirkung erkannt. "Wenn die Entscheidung über das Schicksal von Glyphosat in der EU auf der Basis fehlerhafter Bewertungen erfolgt, dann kann das eine ernsthafte Gefährdung der öffentlichen Gesundheit bedeuten", sagte Portier der Süddeutschen Zeitung. Sollten sich diese Analyse der Daten durch Portier als richtig erweisen, dann stünde der Vorwurf im Raum, dass die Aufsichtsämter die Rohdaten von Studien nicht selbst auswerten, sondern sich auf Zusammenfassungen verlassen, die von den Herstellern geliefert werden.

Portier war unter anderem als externer Berater bei der Bewertung von Glyphosat durch die Krebsforschungsagentur der WHO (IARC) beteiligt. Deren Votum, dass Glyphosat sicher krebserregend bei Tieren und wahrscheinlich krebserregend beim Menschen sei, hat einen mittlerweile mehr als zwei Jahre andauernden Streit unter Experten ausgelöst.

 

Wie gefährlich das Pestizid ist, darüber wird seit mehr als zwei Jahren gestritten

 

Die EU-Kommission bestätigte den Eingang des Schreibens, ein Sprecher wollte sich aber nicht im Detail zu den Vorwürfen äußern und verwies auf die zuständigen Behörden. Nur so viel: Aus Sicht der Kommission gebe es angesichts der tiefgehenden Bewertung von Glyphosat keinen Anlass, an deren Ergebnissen zu zweifeln. Schließlich seien auch Behörden in Kanada, Australien, Neuseeland und Japan zum gleichen Ergebnis gekommen, ebenso wie ein gemeinsames Gremium von Weltgesundheitsorganisation und Welternährungsorganisation, das sich mit Pestizidrückständen in der Nahrung beschäftigt.

Bei der Efsa hieß es, man werde "zu gegebener Zeit" Auskunft geben. Die Chemikalienagentur ECHA bestätigte, dass alle von Portier genannten Studien in die Bewertungen der Behörde einbezogen gewesen seien. Man werde sich nun die genannten Sachverhalte im Detail ansehen. "Wenn neue wissenschaftliche Evidenz verfügbar ist, könnten sowohl die EU-Mitgliedsstaaten wie auch die Kommission ECHA zu jeder Zeit beauftragen, die Klassifikation von Glyphosat neu zu bewerten", hieß es dort weiter. Das deutsche BfR teilte mit, man könne kurzfristig keine Auskunft geben, da man das Schreiben an den Kommissionspräsidenten noch nicht kenne.


 

Portier fordert unterdessen, dass die EU alle Daten zur Glyphosat-Bewertung freigeben solle. Bislang ist das nicht der Fall, weil die Industrie dadurch Geschäftsgeheimnisse bedroht sieht.

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Heinz Elflein

Diese Homepage wurde mit 1&1 MyWebsite erstellt.