Elfleins kulinarische Bemerkungen
Elfleins kulinarische Bemerkungen

Geflügel in Florida

Wenn ich so sehe, was auf deutschen Märkten an Geflügel angeboten wird, bin ich richtig froh darüber, dass wir unsere Quellen haben, bei denen wir sagen können, die sind nicht aus Massentierhaltung. Inwieweit dann doch Antibiotika eingesetzt wurde, wissen wir natürlich nicht. Würde mich stinksauer machen, wenn es so wäre.

 

Irgendwie – und da bin ich ganz ehrlich – ist es mir aber durch eine einfache Geschmacksprobe noch nicht gelungen, Unterschiede zwischen Geflügel aus „konventioneller“ Zucht und Biobetrieben heraus zu schmecken.

 

Wenn ich jetzt sage, wo uns jedoch Geflügel ganz besonders gut geschmeckt hat, wird man es mir vermutlich auf Anhieb nicht glauben. Es war in den USA, genauer gesagt in Florida. Solch leckere gegrillte Hähnchen, wie wir sie in Marco Island im Supermarkt gekauft haben, konnten wir später hier nicht wieder finden. Saftig, fleischig, knusprig. Einfach wohlschmeckend. Dazu kalifornischer Rotwein.

 

Woran das liegt, ist für mich reine Spekulation. Kann es nur vermuten. Ist es die viele Sonne? Ist es das spezielle Futter? Kann schon sein. Freilaufende Hühner in der Sonne mit Mais. Oder sind es Hormone? Man hat ja davon gelesen, dass sich Europa gegen Hähnchenimporte mit dem Hormon-Argument gewehrt hat. Ist aber schon eine Weile her, was daraus geworden ist, weiß ich auch nicht.

 

Aber es sind nicht nur die Hühnchen. Absoluter Schlager waren für uns die vorgebratenen Truthähne. Gefüllt. Womit weiß ich auch nicht mehr. Die man nur noch in den Mikrowellenherd legen musste. Auch so etwas von saftig und schmackhaft. Wir haben einen davon sogar auf dem Rückflug mitgenommen. Und im nächsten Jahr unsere Freunde Anita und Wolfgang gebeten, uns doch einen mitzubringen. Was ja nicht so einfach ist. Die Biester sind ja nicht gerade klein.

 

Mit etlichen Jahren Abstand denke ich nun, es war eigentlich eine Unverschämtheit, die beiden zu bitten. Wo doch Wolfgang selber kein Geflügel mag. Aber es war halt der Preis dafür, dass sie uns die Ferienwohnung in Marco vermittelt haben. Das hatten sie nun davon. Würde ich sagen, wenn ich Wolfgang etwas aufziehen wollte. Will ich aber nicht und ich denke, es war nicht der Anlass, warum die beiden jetzt lieber nach Madeira fliegen oder nach Riedern in Unterfranken fahren. Wo es noch nicht mal Majoran in der Bratwurst gibt.

 

Warum ich jetzt darauf komme? Weil jetzt wieder Weihnachtsgänsezeit ist und ich Schmecklecker auch gerne noch mal einen gefüllten Puter aus Florida mit Rotwein aus Kalifornien von oben in den Verdauungstrakt befördern möchte.

Ist mir aber verwehrt.

 

Bleiben etliche Fragen offen.

 

Warum kann man in Deutschland keine vorgebratenen Puter kaufen?

Warum schmecken die Hähnchen in Florida besser als in Deutschland?

Wie kriege ich Anita und Wolfgang dazu, dass sie noch einmal nach Marco fliegen und uns einen Truthahn mitbringen?

 

Frohe Weihnachten.

 

Heinz Elflein

22.12.2016

 

 

 

 

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