Elfleins kulinarische Bemerkungen
Elfleins kulinarische Bemerkungen

"Deutschlands beste Metzger"

Das Magazin „Der Feinschmecker“ hat es mit den Metzgern. Als Einkommensquelle. Allenthalben sieht man Plakate in den Geschäften, dass dieser Metzger „zu den Besten in Deutschland“ gehört. Ich habe die Chefredakteurin befragt, wie sie darauf kommt. Die Plakate kosten natürlich Geld. Geben die Metzger auch zu. Metzger, die nicht löhnen, bekommen kein Plakat. Anderweitig hatte ich gehört, dass das Magazin gerne redaktionelle Beiträge mit Promotion mischt. Ein seriöses Weingut berichtete, dass Geld verlangt worden sei, damit man über sie berichte.

Eine der besten Einkommensmöglichkeiten des Magazins

Frau Jakits hat nicht geantwortet. Das tut sie in solchen Fällen nie, wurde mir anderweitig mitgeteilt. Sie sitzt es aus. Was für mich gleichbedeutend mit dem Eingeständnis ist, dass das, was ich geschrieben habe, zutrifft.

 

Da kann sich nun jeder selbst seinen Reim darauf machen. Andererseits gibt es zu dem Thema auch positive Meinungen. Eine davon habe ich auf der Homepage vom Metzgermeister Gerhard Meyer vom Kirchweg in Nürnberg gelesen.

An dieser Stelle, wo es um Metzgereien geht, möchte ich aber ein weiteres Thema aufgreifen. Das mir echte Sorgen macht. Ich stelle fest, die Anzahl der „richtigen“ Metzgereien nimmt immer mehr ab. Der Verkauf wandert ab in die Supermärkte. Das finde ich gar nicht gut. Aus verschiedenen Gründen, auf die ich später noch einmal eingehen möchte.

 

Als ich zuletzt 2003 in meiner mittelfränkischen Heimatstadt war, hatte der Ort von ca. 10.000 Einwohnern ca. 6 Metzgereien oder mehr im Ortskern, die alle ihre Kundschaft hatten. In Iphofen (Unterfranken), einer Gemeinde mit mehr als 4.000 Einwohnern, gibt es keinen Metzger mehr. Ähnliches hört man anderweitig.

 

Die Metzgereien, bei denen wir gerne einkaufen, wenn wir unterwegs sind:

 

Gasthaus-Metzgerei Weinländer, Dietenhofen-Leonrod (Naturpark Frankenhöhe)

 

Weyh in Schwabach

 

Gerhard Meyer in Nürnberg

 

Seemann in Bad Windsheim

 

Kachler-Hoferer in Sugenheim

 

Weber in Lenggries

 

Pfleger in Kochel

 

Weil das alles Metzgereien in Bayern sind, ist das nicht verwunderlich. Ansonsten kaufen wir zuhause, Neusser Weyhe, bei Michael Löffler.

 

Gelegentlich auch da, wo das Plakat vom Feinschmecker hängt. Aber dafür mache ich hier nicht noch Reklame.

 

2015

Was mir wurst ist

Als ich heute wieder einmal bei einem Fleischer vor dessen Theke stand, nahm ich grienend die Wand mit den Feinschmecker-Plakaten zur Kenntnis. Na ja.

 

Dann schaute ich noch einmal hin und mir fiel etwas auf. Der Metzger, auf dessen Fliesen wir standen, um einzukaufen, gehört laut dem Magazin zu den 500 besten in Deutschland.

 

Oha, dachte ich, was sollen denn die davon halten, bei denen nur steht, dass sie zu den besten in Deutschland gehören. Fühlen die sich diskriminiert? Wissen die davon? Zahlen sie weniger Obolus, als einer der auserwählten 500?

Fragen über Fragen. Aber eigentlich ist es mir wurscht, im wahrsten Sinne des Wortes.

 

Heinz Elflein

18.01.2017

Und was mir überhaupt nicht wurst ist

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