Elfleins kulinarische Bemerkungen
Elfleins kulinarische Bemerkungen

Solevino November 2017

Am 18.11. waren wir wieder da. Je öfter wir bei Gerd Lang im „Solevino“ zu Gast sind, umso mehr bin ich der Ansicht, dass er in seiner eigenen Dimension kocht. Einer höheren, als die meisten Restaurants, die wir kennen. Weil die Abstimmung der Speisen mit Kräutern, Gemüse, Gewürz und Saucen einfach optimal ist. Und weil man bei ihm vorgesetzt bekommt, was es woanders nicht gibt. Dabei ginge die Einstufung, das „Solevino“ sei ein reines Gourmet-Restaurant, deutlich daneben. Und widerum auch nicht. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist anders. Aufgeräumt wirken die Teller auch nicht. Die Leistung hoch, der Preis nicht so hoch. Das mag auch daran liegen, dass das Lokal an der Venloer Straße in Neuss nicht unbedingt der optimale Ort ist. Aus verschiedenen Gründen, auf die ich hier nicht näher eingehen will, ohne mit meinen Nachbarn auf der Neusser-Furth Streit zu bekommen. Optimal wäre vielleicht Oberkassel in Düsseldorf für Gerd Lang, wenn da die Mieten nicht so horrend wären. Aber die in Neuss sind auch nicht billig. Es müssen schon etliche Menüs im Laufe des Monats über den Tisch gehen, bevor die Unkosten gedeckt sind und reich wird man in diesem Metier trotz längster Arbeitszeiten auch nicht. Das nur so nebenbei. Es ist eine Passion, so zu kochen, wie es Gerd Lang tut. Auf französische Art. Und wir sind ihm – ohne euphorisch zu werden – reichlich dankbar.

 

Nun ist es halt so, wie es ist und ich fange am besten damit an, was mir nicht gefällt. Das ist aber eine unendliche Geschichte und leider sehr unerfreulich, wofür aber Gerd Lang nicht unbedingt etwas kann, solange er noch verpflichtet ist, „Warsteiner“ zu beziehen. Das Super-Glyphosat-Bier.

 

https://www.heinzelflein.de/glyphosat/krebserregendes-bier/

 

Nahm ich halt als „Aperitif“ „Bolten-Alt“. Das Bier vorher, damit der Durst gestillt ist und wir nicht auf Mineralwasser neben dem Wein zurückgreifen müssen.

 

Das war es aber schon mit den Minuspunkten. Sehen wir uns die Menü-Karte an:

Wir nahmen beide das 4-Gang Chefmenü mit jeweils Ziegenkäsesalat und Trüffelpasta. Als Hauptgang „Daube vom Wildhirsch“ für meine Person und „Coq au vin“ für Marianne, das ich ihr im Gedenken an den letzten Besuch im Sommer wärmstens empfehlen konnte. Sie war sehr davon angetan. Gockel-Knochen waren nicht zu sehen, das Fleisch war ausgelöst und erweckte eher den Anschein von Rind, versteckt unter Kartoffeln. Die Trüffelpasta mit schwarzen Perigord-Trüffeln war für uns das Glanzlicht des Abends. Es erinnerte mich daran, schon lange an einer Reise ins Perigord zu basteln. Habe ja die Bücher des Schotten Martin Walker gelesen. Perigord-Trüffel sind natürlich keine weißen Alba-Trüffel, die ja kaum noch zu bezahlen sind. Sind ja auch nicht aus Frankreich, sondern aus dem Piemont, am Fuße der Berge zu Frankreich.

Pasta mit Perigord-Trüffeln

Es hat uns beiden hervorragend geschmeckt. Wenn ich aber penibel beschreiben soll, warum, fehlen mir die blumigen Worte und nehme diesbezüglich die zu erwartende Rüge irgendwelcher Super-Gourmets aus den einschlägigen Portalen billigend in Kauf. Nehmen Sie einfach zur Kenntnis, was im ersten Absatz steht. Es passt.

Wenn unklar ist, was sich hinter „Daube“ verbirgt, kann ich helfen. Es ist etwas in Rotwein-geschmortes.

 

Wildhirsch-Daube

Ansonsten war ich sehr von der 3-Liter-Flasche „Linie-Aquavit“ fasziniert, die an der Theke als Dekoration stand. Leute, die mich kennen, wissen, dass das Folgen hat.

Wir sind sehr zufrieden nach Hause gestapft.

 

Heinz Elflein

18.11.2017

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