Elfleins kulinarische Bemerkungen
Elfleins kulinarische Bemerkungen

Hundefutter für Frauchen und Herrchen

Die unanständige Art, Austern zu essen

Doggy-Bag für Frauchen und Herrchen

 

Was ein Doggy-Bag ist, brauche ich wohl niemand zu erzählen. Wer in Amerika war, weiß das. Dort haben die Leute kein Problem, sich im Restaurant die Reste des Essens einpacken zu lassen. Eigentlich für den Hund gedacht. Was nicht ausschließt, dass es auch Menschen essen dürfen. In Deutschland macht man das nicht, weil man hier etepetete ist und sich deswegen schämt. Da soll das Restaurant die Reste lieber in den Müll kippen.

 

Andrej`s Oyster-Restaurant in Düsseldorf-Oberkassel nimmt darauf Bezug und räumt mit dem Müll auf. Es sind keine Reste, die man mitnimmt. Es sind Austern, die man sich einpacken lassen kann. Ich finde die Idee ausgesprochen gut und habe das Angebot angenommen.

 

Nachdem mir Andrej gezeigt hat, wie es geht, hatte ich auch zuhause kein Problem. Wir hatten 7 Austern, eine kleine Beilage und das Austernmesser im Paket.

 

Das Messer muss man am Ende der Muschel mit Feingefühl und Gewalt tief hinein in das kleine Loch stechen, bis sich die Auster öffnet. Zur Sicherheit umwickelt man das Ende der Auster mit einem Handtuch, damit das Messer, wenn es abgleitet, nicht in der Hand stecken bleibt. Das Messer, wenn es tief genug drin ist – man spürt es – etwas kippen, dann öffnet sich die Muschel. Anschließend mit dem Messer sauber die Kante der Muschel entlang fahren, um das Fleisch zu trennen. Dann lassen sich auch die beiden Teile der Muschel öffnen. Das untere Teil beherbergt nun das Muschelfleisch. Dann braucht man dieses mit einem kleinen Schnitt nur von dem Stück Wurzel trennen, an dem es noch gehalten wird. Danach schwimmt das Austernfleisch frei im Salzwasser.

 

Zwischenzeitlich hat man hoffentlich den Champagner geöffnet. Wir hatten keinen und nahmen statt dessen den vorzüglichen Riesling-Sekt vom Weingut Schloss Neuweier. Jetzt braucht man nur noch die Austern mit Zitronensaft beträufeln.

 

Dann geht es los. Es ist total unanständig. Man muss nämlich schlürfen und vielleicht auch schmatzen. Indem man die Muschel an den Mund führt und die Auster samt Flüssigkeit in sich hinein saugt. Der Geschmack wird salzig sein. Man hat hoffentlich dämlicherweise die Flüssigkeit in der Muschel nicht weg gekippt. Es ist Meerwasser, das sich in der Muschel befunden hat und es gehört dazu.

 

Jetzt gibt es mehrere Möglichkeiten und hier scheiden sich die Geister. Mancher wird es uninteressant finden. Mancher wird verzückt sein.

 

Wir werden uns bei Gelegenheit das nächste Hundefutter holen.

 

Heinz Elflein

unanständiger Gelegenheits-Schlürfer

07.11.2015

 

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