Elfleins kulinarische Bemerkungen
Elfleins kulinarische Bemerkungen

Drei Könige in Kapellen/Erft

Wer als Neusser Bürger auf die Idee kommt, im Dreieck zwischen Düsseldorf, Mönchengladbach und Köln nach Gaumenfreuden zu suchen, was ja nicht gerade ein Hit ist, wird vielleicht im Internet das Suchwort „Restaurants in Grevenbroich“ eingeben. Wir haben es getan und von Tripadvisor die Schlagzeile „Die zehn besten Restaurants in Grevenbroich“ erhalten. Das „Drei Könige“ ist demnach die Nummer eins. Nur, es liegt nicht in Grevenbroich, sondern in Kapellen an der Erft, das irgendwann eingemeindet wurde.

 

Wir kamen am 09.08.17 kurz nach 18 Uhr an und waren die ersten Gäste, die sich aussuchen konnten, wo sie sitzen sollten. Wir blieben im vorderen Teil, was als „Bistro“ bezeichnet wird. Um die Ecke, ohne weitere Schwellen, beginnt das Restaurant. Geht man hindurch, kommt man in den idyllischen Garten.

 

Bistro

Jetzt ist es so, dass die Speisekarte im Bistro nicht ganz identisch mit der im Restaurant ist. Obwohl sie offensichtlich von der gleichen Küche des Familienbetriebes bedient werden. Die Familie ist seit 28 Jahren Inhaber des Hotel-Restaurants. Tanja Bäumges – offensichtlich die Tochter – ist die offizielle Inhaberin, wenn ich die – sehr überholungsbedürftige – Website der Familie richtig interpretiere.

Blick vom Restaurant zum Garten

Das hat zur Folge, dass die Speisen in Bistro und Restaurant zwar eine gewisse Schnittmenge haben, aber nicht vollständig identisch sind. Weil ich mir die Karte schon vorher auf der Internetsite angesehen hatte, freute ich mich auf Kalbsbäckchen und Pulpo-Carpaccio. Gab es aber offiziell im Bistro nicht und die Seniorchefin wollte sich auch nicht erweichen lassen. Anders der ältere Herr, der aus der Küche herauslugte und den ich fragte, ob er der Chefkoch sei. Was er in Abrede stellte, er sei nur der Kartoffelschäler. Aber er sagte mir die Pulpos zu, weil er ja genügend Zeit hätte.

Streit zwischen Seniorchefin und Kartoffelschäler gab es aber nicht, weil der Kartoffelschäler auch Seniorchef und Vater der Inhaberin ist.

Pulpo-Carpaccio

Wir bestellten also Pulpo-Carpaccio, Carpaccio vom Angus-Rind mit Trüffel-Vinaigrette, Kotelett vom Duroc-Schwein mit Pfifferlingen und Pfeffersauce und Düsseldorfer Senfrostbraten mit Speckböhnchen und Röstkartoffeln. Dazu einen badischen Grauburgunder. Danach Creme-brulee.

Carpaccio vom Angus-Rind mit Trüffel-Vinaigrette

Das Carpaccio vom Angus-Rind schmeckte sensationell gut, was zweifellos der Trüffel-Vinaigrette geschuldet war. Mit dem Pulpo war ich sehr zufrieden, obwohl ich von der Zubereitung eigentlich etwas anderes erwartet hatte. Sehr schmackhaft und saftig im Fleisch das Kotelett vom Duroc-Schwein, rundum gelungen und apart gewürzt das gesamte Gericht. Marianne war von dem Senfrostbraten etwas irritiert, weil sie statt der Speckböhnchen Dicke Bohnen erwartet hatte, landläufig auch als Saubohnen bekannt, die man aber heutzutage niemandem mehr zumutet. Das Fleisch musste sie etwas nachwürzen, wozu der Chefkoch-Seniorchef die plausible Aussage lieferte, das sei gewollt. Er war auf eine modernere Art zubereitet, als Marianne es von früheren Zeiten kennt.

 

Insgesamt durchaus eine kulinarische Bereicherung für uns im Neusser Hinterland, die zu Grevenbroich gehört und eine Adresse, wo wir gerne – auch mit guten Freunden – wieder hingehen werden.

 

Heinz Elflein

09.08.2017

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