Elfleins kulinarische Bemerkungen
Elfleins kulinarische Bemerkungen

Torna a Sorrento

Kleine Einstimmung:

 

Überspringen Sie bitte den Link nicht, er ist Pflicht:

 

Torna-Surriento

 

 

Der Vesuv ist zuletzt 1944 - meinem Geburtsjahr - im März ausgebrochen.  Ich erst im September. 

Diese Reise ist mir förmlich ins Gesicht gesprungen. Aus einer Zeitung, die früher mal einen sehr guten Namen hatte, der mit jedem neuen Chefredakteur weniger gut wurde. Jetzt haben wir sie eigentlich nur noch abonniert, weil Marianne wissen möchte, wer gestorben ist. Ich blättere sie gelangweilt auch mal durch. Steht ja immer erst einen bis zwei Tage später drin, was ich schon vorher im Internet gelesen habe.

 

Mondial-Tours boten eine einwöchige Flugreise nach Neapel an, mit ständiger Übernachtung in einem ****Hotel in Sorrent. Eine Fahrt nach Amalfi und Ravello inbegriffen. Das war genau das, was ich mir vorgestellt hatte, wenn wir eines Tage wiederkommen wollten.

 

Zwanzig Jahre zuvor waren wir schon mal da, mit Übernachtung in Amalfi und Ausflügen nach Capri, Pompeji, Ravello, Positano und Sorrento. Seinerzeit hatte uns Sorrent sehr beeindruckt. Wir standen nach einem Rundgang durch die Altstadt halb limoncellotrunken vor einem Luxushotel an der Steilküste und beschlossen, das habe es zu sein, wenn wir wiederkehren würden. Es hat nun halt zwei Jahrzehnte gebraucht. Zwischenzeitlich hatte ich öfter die Idee, mit dem Pkw dorthin zu fahren und alles auf eigene Faust zu unternehmen, was wir uns vorgestellt hatten. Dass wir es nicht getan haben, hat seine guten Seiten, worauf ich aber noch zu sprechen komme.

 

Hotel ****Riviera

Die Räumlichkeiten des Hotels Riviera entsprechen dem, was man sich unter einem sehr guten Urlaubshotel vorstellt. Eigentlich hätte das Hotel in dieser Beziehung fünf Sterne verdient. Weil wir aber wissen, dass das in Italien eine höhere Steuerlast bedingt, können wir verstehen, warum der 5. Stern nicht angestrebt wird. Wenn es denn so ist.

Außenanlage

Die Innenräume

Unser Zimmer

Mit unserem Zimmer im Hotel Riviera waren wir sehr zufrieden. Groß genug, um sich wohl zu fühlen, mit einer ansprechenden Ausstattung und bemerkenswertem Design der Wände und Böden. Bademäntel gab es nicht, sie seien den höherklassigen Zimmern vorbehalten. Das hat man nun davon, wenn man eine Pauschalreise bucht.

Am Badesteg

Zum Badesteg führt ein Aufzug. Marianne ging tatsächlich im Meer schwimmen. Ich bin wasserscheu. Sie berichtet, das Wasser sei angenehm warm gewesen. Am Steg stand auch ein Angler. Ohne Rute, nur mit Schnur und Köder. Wäre ich doch beinah in Versuchung gekommen.

 

Der Pool

Essen&Trinken

Die Kulinarik fand nicht statt. Das muss ich ganz klar sagen. Handwerklich gesehen, war das Essen in Ordnung, es waren halt einfache Produkte. Beschweren will ich mich darüber nicht. Wer eine Pauschalreise mit Halbpension bucht, braucht kein Gourmetrestaurant erwarten. Halbpension buchen wir sonst nicht. (Mit einer Ausnahme: Tanne-Wirtshus in Breitnau/Schwarzwald). Was mir auffiel, war, dass wir als Gruppe von der Karte, die am Eingang des Restaurants aufgestellt war, nur eine kleinere Auswahl angeboten bekamen. Immerhin in deutscher Sprache. Mit lustigen kleinen Fehlern.

An der Bar

Den Barbetrieb fanden wir sehr unterhaltsam. Während unseres Aufenthaltes gab es zwei Mal Lifemusik. Am zweiten Abend saßen wir direkt neben einem Duo, das Musik aus der Konserve einspielte, dazu Gitarre spielte. Die junge Frau sang ohne Pause und uns wurde das Herz leicht. O sole mio, Funiculi Funicula. Die Ober mischten kräftig mit, legten die Hand aufs Herz und verteilten die Handtrommel.

 

Funiculi-Funicula            Osolemio

 

03 Thats amore.mp3
MP3-Audiodatei [3.6 MB]

Die „Caprifischer“ mit Rudi Schurike gab es nicht. In Italien kennt man die Schnulze nicht. So sind wir ganz gerne ohne ausgekommen. Hatten ja vorher die rote Sonne von Sorrent untergehen sehen. Wir hätten allerdings gerne einen Moscato getrunken. Den gibt es aber in Süditalien kaum. Er kommt ja aus dem Piemont, Norditalien.

 

Sorrento

Vom Hotel aus sind es für einen normalen Fußgänger nur circa 10 Minuten bis ins Zentrum zur Piazza Tasso. Die schmale Via Fuoro ist das Herz der Stadt, der Corso Italia so etwas wie die Hauptstraße. Die Via Fuoro haben wir mit großem Vergnügen wieder entdeckt. Auch wenn uns die Erinnerung manchen Streich gespielt hat, konnten wir doch Vieles wiederfinden. Witzig fand ich den Namen eines Lokals: Manneken Pis.

Via Fuoro

Piazza Tasso

Die Stadt liegt circa 50 Meter über dem Meer. Hinunter zum Hafen führt eine Straße oder ein steiler Weg. Die in unserem Führer für 2014 angekündigte Rolltreppe gibt es nicht. Vielleicht 2025, meinte der Hotelportier. Ein Taxi hätte vom Hotel aus für den Weg von etwa 3 km mehr als 30€ gekostet. Wegen der kurzen Entfernungen innerhalb der Stadt müssen die Taxen wohl so teuer sein, wenn die Eigner ihre Familien ernähren wollen.

 

Unsere Führerin entführte uns noch zu einem „Bauernhof“ oberhalb der Stadt, wo Limoncello erzeugt wird. Wie ein Mozzarella geknetet wird, wurde augenscheinlich vorgeführt. Wir durften ihn auch probieren. Ich weiß auch nicht, warum mir das Gedicht „John Maynard“ von Theodor Fontane eingefallen ist. „Noch 10 Minuten bis Buffalo, aber die Herzen sind frei und froh“. Mozzarella Buffola gab es aber nicht, dort oben weiden nur Kühe. Entschuldigen Sie den dämlichen Kalauer, ich kann manchmal nicht anders.

 

Es war eine reine Verkaufsveranstaltung, die Pauschaltouristen manchmal erdulden müssen. Wir waren artig und haben für 32€ eingekauft. Hätten wir anderweitig sowieso getan.

 

Amalfitana

Sie ist eine der schönsten Küstenstraßen der Welt. Ich kenne keine schönere. Wer sie einmal befahren hat, wird sie nie mehr vergessen und immer wieder zurück wollen. Kein Wunder dass sie so stark befahren ist, dass einem der Spaß vergehen könnte. Mein eigenes Auto zu nehmen, würde ich mir sehr überlegen. Ebenfalls kein Wunder, dass ich auch keines mit einem deutschen Kennzeichen gesehen habe. Wenn Deutsche hier fahren, sind es Leihwagen.

 

Fotos, die hier von Laien geschossen werden, geben nicht annähernd den persönlichen Eindruck der geballten Schönheit der Straße wieder. Wir parkten mit unserem Bus an einer kleinen Ausbuchtung, an der auch ein Stand zu finden war. Es gab z.B. natürlich abgasumstrichene Riesenzitronen, aber auch Pilze, sogenannte Funghi Gasolino.

In Positano hat der Bus nicht gehalten. Laut Programm war nur Vorbeifahren vorgesehen. In der Tat, wenn man von Sorrent nach Amalfi fährt, muss man an Positano vorbei. Mitreisende haben protestiert, aber es gab angeblich keinen Parkplatz. Was ich nachvollziehen kann, vor zwanzig Jahren war das Problem das Gleiche. Nur hatte der Busfahrer vorausschauend für einen Parcheggio gesorgt. Entlang der Straße ist prinzipiell kein Parkplatz vorhanden, dort parken die Anwohner. Bei einem kleinen kommerziellen Parkplatz, der Garage Mandare, oberhalb des Ortes können immerhin Pkw`s parken, die Fahrer müssen aber ihren Autoschlüssel abgeben, damit in mehreren Reihen rangiert werden kann.

 

So wäre es gewesen:

Amalfi

In Amalfi angekommen, gab es dann tatsächlich einen der reichlichen, aber trotzdem knappen Parkplätze für den Bus. Das fakultativ spontane Angebot, eine Bootsfahrt vor der Stadt zu unternehmen, haben wir gerne angenommen. Wohl wissend, dass Amalfi für den Kurzbesucher eigentlich nur aus dem Hauptplatz und dem Dom besteht und das braucht nicht so viel Zeit. Bedaure im Nachhinein nur, unsere Tischnachbarn nicht entsprechend informiert zu haben.

Bemerkenswert war das azurblaue Meer trotz bedecktem Himmel. Habe länger überlegt, woran das wohl liegen mag. Bis ich auf einer Speisekarte las, dass es Tintenfische gibt.

Der Dom

Ravello

Mit am meisten hatten wir uns auf den Besuch von Ravello gefreut. Da speziell auf den Blick über den Garten und den Büsten auf das tiefblaue Meer. Das ist Italien pur. Mehr Italien geht nicht. Waren dann sehr enttäuscht, dass jemand die Büsten augenscheinlich entfernt hatte. Die Erinnerung hatte uns aber einen bösen Streich gespielt, denn wir wurden nicht zur Villa Cimbrone geführt, sondern standen im Garten der Villa Rufolo. Kurz vor der Rückfahrt erfuhren wir dann von unserer hervorragenden Reisebegleiterin, dass die Villa Cimbrone mit den Büsten leider zwanzig Minuten entfernt und es deswegen zu spät sei, noch hin zu gehen. Es sind laut Führer nur 10 Minuten zu Fuß und deswegen waren wir etwas knatschig. Die Villa Cimbrone ist im Übrigen auch ein Hotel, die Preise beginnen so bei circa 370€. 

 

Schauen Sie hier:

 

http://www.villacimbrone.com/de/home.php

Villa Rufulo

Villa Cimbrone

Ausklang

Mit Berichten über Capri, Neapel und Pompeji kann ich leider nicht dienen. Wir haben an den Ausflügen nicht teilgenommen. 

 

Kleines Resümee: Die Reise war bis auf einige Schönheitsfehler (Positano, Villa Cimbrone, Kulinarik) durchaus zufriedenstellend. Kulinarisch hätten wir sicher in Sorrento nachbessern können. Im Führer standen genug einschlägige Adressen. Und nach Positano fahren wir das nächste Mal in zwanzig Jahren per Boot.

 

Wenn wir aber italienisch schlemmen gehen wollen, haben wir hier genügend Möglichkeiten. Die Trüffelzeit hat ja auch schon begonnen.

Unser schutzgeldgeplagter Feinkosthändler Casucci in Kaarst hat auch immer etwas Feines hinter der Theke liegen.

 

Heinz Elflein

12.10.2015

 

Für die. die sich den Beitrag ausdrucken möchten. Bin immer sehr verwundert, wenn ich höre, dass es tatsächlich vorkommt.
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