Elfleins kulinarische Bemerkungen
Elfleins kulinarische Bemerkungen

Bella Italia

Südtirol

Wenn wir früher den Brenner Richtung Süden überschritten, dachten wir eher nicht an Kulinarisches. Da kam zunächst Südtirol, wo man nur wegen der vermehrten Sonneneinstrahlung überhaupt bemerkte, in Italien zu sein. Bestärkt durch die Südtiroler selbst, die sich – wenn sie denn gedurft hätten - eher Bayern oder Österreich angeschlossen hätten. Mit wenigen Ausnahmen. So unser Vermieter aus Schenna, Mathias Pichler, der später das Super-Komfort-Hotel Tirolensis auf dem Hochplateau Prissian oberhalb von Bozen eröffnet hat. Das wurde unter anderem als Feinschmecker-Hotel geführt. Der Servierwagen fuhr elektronisch gelenkt zum Gästetisch, wo ein italienischer !, sehr distinguierter Ober die Teller belegte.

Wir konnten uns das Super-Hotel nicht leisten, haben aber einmal dort gegessen, als wir auf der Reise zum Gardasee waren. Herr Pichler war ein Gastronom mit Visionen, der es vom Hütejungen ohne Unterhose (wie er selbst erzählte) zum Besitzer des vermeintlich damals besten Hotels in Italien gebracht hat. Ist dabei in seiner Südtiroler Mentalität ziemlich bodenständig geblieben und konnte noch mit der Peitsche knallen. Zu seinen Landsleuten – allesamt in seinen Augen etwas engstirnig und rückständig – hatte er nicht immer das allerbeste Verhältnis. Leider endete die Prissianer Episode sehr schlimm für ihn. Als er das Tirolensis erbaute, geschah dies zu einer Hochzinsphase. 20% nahm die Bozner Bank für ein Baudarlehen. Sie waren es letztendlich auch, die ihn -wie er uns im Nachhinein erzählte - wirtschaftlich zu Fall brachten und auch noch verhinderten, dass er eine Partnerschaft mit einem potenten Investor einging. Letztendlich um das Hotel selbst zu übernehmen. Damit war natürlich auch das Renommee weg. Heute gehört das Haus zu den Holiday & Hotels. Ich werde da nicht hingehen.

 

Unvergesslich sind uns noch die Grillabende im Appartementhaus Helios in Schenna. Das Rinderfilet mit diesem feinen Holzkohlegeschmack bleibt unübertroffen und Mathias Pichler war sich nicht zu schade, sofort am Abend in den Etschgau zu seinem Lieferanten zu fahren, wenn das Filet wider Erwarten zu Ende ging. Da war es auch nicht so schlimm, dass der jüngere Sohn der Pichlers mit der Grillschaufel meine Hose kontaminierte.

Wir wissen nicht, was aus der Familie geworden ist. Dem Vernehmen nach soll sie später noch Zimmer am Gardasee vermietet haben.

Mit Reisegesellschaft nach Italien?

Ja, aber.....

Unsere sonstigen Reisen nach Italien, sei es privat zum Gardasee oder mit einer Reisegesellschaft an die Amalfitana oder in die Toskana waren kulinarisch wenig bemerkenswert. Deswegen will ich auch hier auf weitere Ausführungen verzichten. Allgemein konnten wir feststellen, dass man als Angehöriger einer Gruppe eher zweitklassig versorgt wird. Der Veranstalter muss schließlich mit dem Hotelier Sonderkonditionen vereinbaren, damit es für beide Seiten wirtschaftlich wird. Wir stellten mehrfach fest, dass das Angebot im Vergleich zu den selbstzahlenden Gästen deutlich eingeschränkt war. Wer es sich leisten kann und auf gutes Essen Wert legt, sollte ich also überlegen, ob er vor Ort nicht alternative Angebote wahr nimmt.

 

Unseren Nachholbedarf in Punkto gutes italienisches Essen haben wir später gründlich im Piemont gestillt. Siehe die Berichte hier auf dieser Seite. Aber auch in Deutschland ist dies kein Problem.

 

Heinz Elflein, März 2016

 

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